Samstags halb 12 in der Schwarzenberger Altstadt

Samstag, der 10. März 2012, am frühen Mittag, gegen 11.30 Uhr, war ich in der Altstadt. Das Wetter war okay, kein Regen. Auch keine Sonne, aber doch ganz ange­nehm. Die Geschäfte in der Altstadt waren auf, die meisten haben bis 12 Uhr geöffnet, manche bis 13 oder sogar 14 Uhr.

Ich hab ein paar Fotos gemacht – falls sich jemand fragen sollte, warum keine Menschen auf den Fotos sind: Da waren so gut wie keine. Samstagvormittag ist doch eigent­lich ein guter Zeitpunkt zum Bummeln und Einkaufen – die Arbeitswoche vorbei, die Geschäfte noch offen. Und der Kauflandparkplatz war voll, wie ich wenig später sah, es saßen also nicht alle beim Mittagessen. ;-)

War die Altstadt eigent­lich schon immer so verlassen? Oder ist das erst so, seit es das Kaufland gibt? Und welche Geschäfte könnten die Leute dieser Tage in die Altstadt ziehen, was würde uns zum Bummeln bringen?

Ratskeller, 11.36 Uhr am Samstag.

Autos sind da, Leute eher nicht. Die alte Leier.

Kleiner Spielplatz ohne Kinder.

Auch niemand zu sehen …

Und nochmal niemand.

Auf dem Bahnhofsberg sind endlich die Weihnachtsfiguren weg und die Türen zu: In neun Monaten geht die Weihnachtsfröhlichkeit wieder von vorn los.

Schwarzenberg persönlich: Ulrike Kahl vom Grünen Bürgerbüro

Seit 2009 haben die GRÜNEN in der Schwarzenberger Altstadt ein Bürgerbüro. An drei Tagen in der Woche ist dort Ulrike Kahl anzu­treffen, die für die Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack arbeitet und sozu­sagen eine Anlaufstelle für Fragen, Probleme, aber auch Anregungen nicht nur der Schwarzenberger ist. Im Bürgerbüro finden außerdem regel­mäßig Veranstaltungen statt: Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionsrunden … Ulrike Kahl hat mir meine Fragen zu Schwarzenberg persön­lich beant­wortet, vielen Dank! Und ich hoffe, Ihre Vorstellungen von Schwarzenberg in zehn Jahren werden Wirklichkeit …

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Ich bin gebür­tige Schwarzenbergerin, wie man zu sagen pflegt, wohne aber sieben Kilometer das Schwarzwassertal hinauf, in Antonsthal. Dort habe ich vor über dreißig Jahren eine Familie gegründet und meine vier – nun erwach­senen –  Söhne großgezogen.
Ich gehöre zu den erzge­bir­gi­schen GRÜNEN und leite seit über zwei Jahren das Regionalbüro der Chemnitzer Landtagsabgeordneten Annekathrin Giegengack, das sich am Markt 14 in Schwarzenberg befindet.

Welchen persön­li­chen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Schwarzenberg ist meine Heimat, in der ich meine Kindheit und Jugend verbrachte, hier bin ich zur Schule gegangen, hier habe ich in der Kurrende und später im Kirchenchor gesungen, hier leben noch heute meine Eltern und viele meiner Freunde.
Durch die Fenster meiner Arbeitsstätte bekomme ich den „Wochentagstrubel“ (der leider kein rich­tiger ist) in der Altstadt mit, viele Schwarzenberger Bürger kommen mit ihren Anliegen, die Stadt betref­fend, in mein Büro.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen?

Ich liebe den Blick von außer­halb, oben vom Galgenberg herab auf die verschach­telten Häuser der Altstadt. Aber ebenso faszi­niert mich der Blick aus den Fenstern des histo­ri­schen Schlossgemäuers hinüber zu Ottenstein oder nach Crandorf.
Ich mag das Museum mit seiner gut doku­men­tierten Geschichte der erzge­bir­gi­schen Zinn- und Eisenverarbeitung ebenso wie die St. Georgenkirche in ihrem hellen, freund­li­chen Licht und der frei­tra­genden Holzdecke, in welcher ich konfir­miert und getraut wurde.

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Ich möchte, dass Schwarzenberg liebens­würdig bleibt und leben­diger wird, dass die Altstadt pulsiert, dass hübsche Läden und Boutiquen, Cafés, Restaurants und lauschige Örtchen Einheimische wie Touristen zum längeren Verweilen im Stadtzentrum einladen.
Ich wünsche mir einen Wochenmarkt, wie ich ihn aus vielen Kleinstädten Süddeutschlands kenne, mit Direktvermarktern aus der Region, die frisches Obst, Gemüse, Blumen, Eier, Backwaren, Bioprodukte, regio­nale Spezialitäten und, und, und … anbieten.

Foto von Ulrike Kahl: So sah der Schwarzenberger Wochenmarkt an einem Mittwoch im Februar aus.

Schwarzenberg in zehn Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

Die „Perle des Erzgebirges“ wird schim­mern, ihr Umland grünen. Im öffent­li­chen Personennahverkehr in und um Schwarzenberg wurden durch kurze Taktzeiten und erschwing­liche Fahrpreise Angebote geschaffen, die den Bürgern echte Alternativen zur Automobilität bieten. Daher beläs­tigt uns kein großer Straßenlärm mehr, wir atmen wieder frischere Erzgebirgsluft und haben das weitere Zubetonieren der Landschaft verhindert.
Das histo­ri­sche Gebäude der „Herrenmühle“ wurde von einem neuen Investor denk­mal­ge­recht saniert. Es befindet sich darin ein Mühlenmuseum, eine histo­ri­sche Backstube und ein gemüt­li­ches Café.

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Grünes Bürgerbüro Erzgebirge

  • Bürgerbüro Erzgebirge, Markt 14, 08340 Schwarzenberg
  • Telefon: 03774 / 269 76 60, Telefax: 03774 / 269 76 61
  • Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag jeweils 10 bis 17 Uhr

Schwarzenberg persönlich: Petra Richter aus der Oberlausitz

Man muss nicht in Schwarzenberg leben oder gelebt haben, um eine Meinung über die Stadt und einen engen Bezug zu ihr zu haben – diesmal beant­wortet Petra Richter, die gern und immer wieder als Gast nach Schwarzenberg kommt, meine Fragen zu „Schwarzenberg persön­lich“. Herzlichen Dank und auf viele weitere schöne Tage in Schwarzenberg!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Man könnte sagen, ich bin Dauergast in Schwarzenberg … ;-) Mein Name ist Petra Richter, bin 37 Jahre alt, arbeite als betriebs­wirt­schaft­liche Assistentin und komme aus der Oberlausitz. Ich habe mich sozu­sagen bei meinem ersten Besuch in Schwarzenberg in die „Perle des Erzgebirges“ und das GEBIRG verliebt …

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie “Schwarzenberg” hören oder lesen?

An die wunder­schönen Ausblicke auf’s Schloss Schwarzenberg, die man von verschie­denen Punkten der Stadt hat … Daran, dass ich den Alltag völlig hinter mir lassen kann, wenn ich zu Besuch bin … An eine Stadt, in der sich nach meinem Empfinden in den letzten 4 Jahren sehr viel bewegt hat …

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie?

Am liebsten mag ich einen Spaziergang. Erst die Bahnhofstraße hinauf, dann einen Rundgang durch die schöne Altstadt, um dann auf den Lehrpfad „Unbesetzte Zone“ abzu­schwenken. Das ist toll.

Was sollte man auf keinen Fall verpassen, wenn man in Schwarzenberg ist?

Ich komme sehr gerne nach Schwarzenberg, wenn hier gefeiert wird – sei es die Oldienacht, Feste zur Freien Republik Schwarzenberg oder das Edelweißfest. Einen beson­deren Reiz hat auch die Kriminacht auf dem Schloss. Ein jähr­li­ches Muss ist für mich auch der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt. Dessen Atmosphäre erlebt man nirgends anderswo. Am meisten liebe ich es aber, wenn ich mich zwischen 10 und 14 Tagen in Schwarzenberg einquar­tieren kann, um im Rahmen der Wanderwochen „echt erzge­birge“ die Gegend zu erkunden. Man denkt, irgend­wann hat man die Grenze erreicht, wo es nichts mehr zu entde­cken gibt. Nicht so hier … Schwarzenberg in all seiner Vielfalt übt eine derar­tige Faszination auf mich aus, dass ich sie gar nicht beschreiben kann. Für mich ganz allein ist so ein Bild-Gedichtband über Schwarzenberg entstanden … Aus jeder der 5 Jahreszeiten gibt es einen Erlebnisbericht.

Was gefällt Ihnen an Schwarzenberg, was nicht? Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Mein Wunsch für die Zukunft wäre, dass das Engagement der Menschen, die sich jetzt für all die schönen Dinge in der Stadt einsetzen, erhalten bleibt. Dass es jedes Jahr wieder Attraktionen und schöne Feste für Jung und Alt gibt, man sich für die Belebung der Schwarzenberger Altstadt einsetzt. Schön wäre es nach meinem Empfinden, wenn es im Sommer auf der Waldbühne viel­leicht ab und zu ein Sommertheater oder etwas Ähnliches gäbe …