Rockelmann-Runde

Rein in den Rockelmannpark an der Erlaer Straße, ganz hoch zur Waldbühne und dann wieder runter über die Straße Am Rockelmann und den Pappelweg.

Rockelmannpark, Eingang Erlaer Straße. Die Treppe wird wohl gerade wieder geflickt.

Auf der Waldbühne ist Freitag bis Sonntag volles Programm, am Freitag „Ostrock meets Classic“, am Samstag Alphaville und am Sonntag Familienfest.

Blick von der Straße Am Rockelmann auf Schloss und Kirche

Rockelmann-Wohngebiet ohne Garagen, vor der Umgestaltung

26. Schwarzenberger Altstadtfest am Samstag (17. August 2019)

Eher bewölkt, aber kein Regen und warm und das bis tief in die Nacht hinein, eigentlich war das Wetter am Samstag perfekt. Da konnten sich zum einen die Besucher des Altstadtfests freuen und zum andern alle, die einen Schulanfang in der Familie hatten. Vielleicht war der Schulanfang ein Grund, warum nicht so viele Leute wie sonst im Festgebiet unterwegs waren, am Nachmittag konnte man richtig entspannt bummeln, was auch was für sich hatte. Es schienen weniger Stände zu sein, die Erlaer Straße zum Beispiel wirkte etwas leer. Ordentlich gefeiert wurde trotzdem oder gerade, wie immer auf mehreren Bühnen.

Auf der Bühne am Markt gings am Samstagnachmittag um Ritter Georg, seit 20 Jahren schlüpft Jörg Schale für diesen Job in eine alles andere als leichte Rüstung. Der Zwönitzer Nachtwächter hatte Ritter Georg herausgefordert mit einer Wette: Der Ritter würde es nicht schaffen, 33 kleine Ritter auf die Bühne zu holen. Und das hat tatsächlich nicht geklappt, acht Ritter tauchten letztendlich auf. Wetteinsatz war, dass Ritter Georg sich ein Kleid vom Burgfräulein anziehen musste, und das geschah dann auch, als Hymne zum Einlauf ertönte „Conquest of Paradise“. Dafür gabs einen Geburtstagskuchen vom Kittel-Bäcker und diverse Geburtstagsständchen, sicher hatte der Ritter schon anstrengendere Tage.

Der Königsteinexpress hatte bei der Anfahrt auf der Autobahn eine Panne, worauf die Stadtinformation auf einem Aufsteller hinwies. Auf den Bühnen waren ein paar neue Gruppen und etliche alte Bekannte zu sehen und zu hören, darunter Cultus Ferox, DJ Engel B, der Musikverein Ipsheim, Rote Panther und Coco Band.

In der Oberen Schloßstraße hatte der Geschichtskreis des Seniorenclubs Haus Schloßblick e. V. Schwarzenberg einen Stand, wo man für 6,50 Euro das Heftchen „Schwarzenberger Brücken“ kaufen konnte. (Was ich natürlich gemacht habe.)

Um 22 Uhr startete das Feuerwerk, die Rakteten stiegen von der Waldbühne auf und waren weithin zu sehen. Und auch sehr laut, das waren schon andre Kaliber als die freiverkäuflichen Silvesterraketen, es donnerte und hallte über der ganzen Stadt.

Heute gehts weiter, ab circa 13 bis 19 Uhr. 16.30 Uhr ist auf der Bühne am Markt die Preisverleihung des Wettbewerbs art figura Junior 2019, ansonsten gibts auf allen Bühnen Musik und Unterhaltung. Und dazu Sonne und blauer Himmel – einen schönen Sonntag allen!

Gasleck in der Erlaer Straße und in der Uferstraße

Ein Gasleck in der Erlaer Straße, ein paar Tage Vollsperrung, und seit Donnerstag ist die Straße wieder frei. In den Tagen der Vollsperrung hat der Umleitungsdschungel in der Stadt eine neue Stufe erklommen: Wer Pech hatte, durfte, um von A nach B zu kommen, zur Abwechslung über Bermsgrün oder Neuwelt fahren, und man hat wieder mal gemerkt, wie wichtig diese Straße an der Altstadt vorbei ist, über Erlaer Straße, Schulberg und Eibenstocker Straße.

Ideal ist das nicht, und eigentlich müsste man versuchen, den Verkehr auf dieser Strecke zu reduzieren. Allerdings plant die Stadt ein Parkhaus auf dem Forstparkplatz, das den Verkehr dort tatsächlich noch intensivieren wird.

Ein weiteres Gasleck wurde in der Uferstraße gefunden, die nun für Abbieger von der Erlaer Straße gesperrt ist.

Parkhaus am Forstparkplatz: von 80 auf 177 Stellplätze

Am Montag fand die letzte Sitzung des alten Stadtrats von Schwarzenberg statt. Ein Thema war der „Grundsatzbeschluss zum Neubau eines Parkhauses auf dem Flurstück 259/1 (ein Teil des jetzigen Forstparkplatzes)“. Die Stadträtinnen und Stadträte stimmten fast geschlossen dafür. Es gab nur eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Damit ist ein Parkhaus am Forstparkplatz noch nicht beschlossen. Aber natürlich ist das ein großer Schritt auf dem Weg dahin.

Am interessantesten finde ich, dass es bei der Abstimmung am Montag plötzlich um ein Parkhaus mit sage und schreibe 177 Stellplätzen ging. Im Bebauungsplan-Entwurf von Anfang dieses Jahres war von 80 Stellplätzen die Rede. Quasi von jetzt auf sofort mehr als doppelt so viele.

Zum Vergleich: Das Ring-Center-Parkhaus hat 550 Stellplätze. Ein Drittel von 550 sind 183. Fast ein Drittel der Autos, die ins Ring-Center-Parkhaus passen, soll also in einem Parkhaus am Forstparkplatz Platz finden. Das am Hang gebaut werden soll. Man schaue sich den Platz dort mal an. Wie hoch und groß wäre ein solches Parkhaus? Wie sehr würde es das Gesamtbild der Altstadt stören? Mit wie viel mehr Verkehr wäre direkt gegenüber der Stadtschule zu rechnen? Wie viele Bäume würden nach dem Bau noch stehen? Genau dort, wo gebaut würde, leben die seltenen Feuersalamander – egal?

Immer wieder stellt sich die Frage: Warum schießen sich Stadtverwaltung und Stadtrat dermaßen auf den Forstparkplatz als Parkhausstandort ein? Es gibt Alternativen. Auf dem Hammerparkplatz und auf dem Finanzamt-Parkplatz zum Beispiel ist kein Fels im Weg, kein Baum müsste extra gefällt werden. Warum der Forstparkplatz?

In einer Zeit, in der wir offensichtlich mit immer extremeren Wetterlagen rechnen müssen und im Sommer gerade in der Stadt jeder Baum gegen die glühende Hitze hilft, will die Stadt ein Stück Stadtgrün ohne Not zerstören. Für Autos.

Noch mal zu den 177 Stellplätzen: 75 % davon wären für Dauerparker vorgesehen, 25 % für Kurzzeitparker, also 133 vs. 44. Die Beschlussvorlage aus der Stadtratssitzung am Montag sah vor, weitere Leistungen zum Parkhaus-Projekt erst zu vergeben, wenn zuvor 75 % der Dauerstellplätze verbindlich, und zwar mit Vertrag, vergeben wären, demnach 100 Stellplätze. In der Stadtratssitzung wurde diese Zahl laut Freie Presse auf Antrag des CDU-Stadtrats André Dürigen auf 75 gesenkt.

Für den Bau eines Parkhauses an der Stelle, inklusive Planung usw., sind in der Beschlussvorlage von Montag „circa“ 2,8 Millionen Euro netto veranschlagt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es bei diesem Betrag nicht bleiben, und bei der Betreibung eines Parkhauses fallen laufend Unterhaltungskosten an.

2,8+ Millionen Euro also für ein Parkhaus, bei dem von 177 Stellplätzen 133 an Dauerparker vergeben werden, die in der Altstadt leben und arbeiten. Bei den restlichen 44 Stellplätzen für Kurzzeitparker ist die Frage: Wer wird die nutzen? Wer wird fürs Parken Geld bezahlen, wenn er direkt in der Altstadt umsonst parken kann?

Logisch wäre doch: Wenn schon ein Parkhaus für die Altstadt, dann an einem Standort, wo möglichst günstig gebaut werden kann und nicht negativ in das Stadtbild eingegriffen wird.

(Foto: Forstparkplatz 27. Juni 2019)

Forstparkplatz versus Parkhaus, der aktuelle Stand (oder: Was die Freie Presse darüber schreibt und was nicht)

Wenn es in den letzten Jahren in der Freien Presse um den Forstparkplatz ging, konnte man sich auf eins verlassen: dass erwähnt wird, wie sanierungsbedürftig er sei. Dazu gibts dann ein entsprechendes Foto von der Hangseite, das möglichst liederlich aussieht. Man könnte direkt den Eindruck bekommen, dass der Parkplatz in einem schlimmeren Zustand ist als einige Straßen im Stadtgebiet. Dem ist nicht so.

Seit Januar liest man nun in jedem Freie-Presse-Artikel zum Forstparkplatz vom Brand im Brunnengraben. Anfang Januar hat es dort gebrannt und die Feuerwehr hatte Probleme, zu dem Haus zu kommen. In diesen Januartagen lag viel Schnee, und in der Altstadt ist schlicht kein Platz für viel Schnee, der türmt sich und muss irgendwann weggefahren werden. Parken wurde bis zu diesem Brand im Brunnengraben geduldet. Mittlerweile ist es verboten, dazu wurden auch neue Schilder aufgestellt.

Im Brunnengraben darf also nicht mehr wild geparkt werden, aber die Altstadt ist natürlich nach wie vor zugeparkt, und das Allheilmittel dagegen, so bringt es die Freie Presse wenig suggestiv in ihren Artikeln rüber, wäre ein Parkhaus.

Dieses Parkhaus würde die Stadt nun gerne auf dem Forstparkplatz bauen. Das Parkhaus soll nach aktuellem Stand drei Geschosse haben, ein Erdgeschoss und zwei Untergeschosse. 80 Stellplätze würde es bieten. 54 davon wären Stellplätze für Dauerparker, also Anwohner und Gewerbetreibende.

Ein Parkhaus für die Altstadt wird vielleicht tatsächlich gebraucht, auch da gibt es verschiedene Meinungen. Vor allem scheiden sich aber die Geister daran, was ein passender Standort dafür wäre. Ergebnisoffen schien die Suche nie zu sein, von Anfang an wurde der Forstparkplatz als einziger ernstzunehmender Kandidat gehandelt.

Argumente gegen den Forstparkplatz als Parkhausstandort findet man in der Freien Presse nicht. Dabei lassen sich ziemlich schnell so einige zusammentragen:

  • Direkt gegenüber ist die Stadtschule. Ein Parkhaus würde nicht zur Verkehrsberuhigung dieser vielbefahrenen Straße beitragen.
  • Das Erste, was man von der Altstadt aus Richtung Erlaer Straße kommend sehen würde, wäre ein Parkhaus.
  • Wo käme die Bushaltestelle hin?
  • Die kostenlosen Stellplätze auf dem Forstparkplatz würden wegfallen. Parken im Parkhaus wäre kostenpflichtig.
  • Die alten Linden am Forstparkplatz würden gefällt werden. Weniger Grün in der Stadt, ein Rückzugsort für Vögel, Insekten, Fledermäuse und Co. weniger.
  • Es wäre ein offenes Parkhaus, also Licht- und Lärmbelästigung für die Anwohner.
  • Die Kosten. Wie viel kostet es, auf diesem schwierigen Untergrund ein Parkhaus zu bauen? Wie viel würde die Stadt aus ihren Mitteln bezahlen, die anderswo dringender benötigt würden?
  • Es ist zudem fraglich, ob ein Parkhaus die Parksituation in der Altstadt tatsächlich entspannen würde. Geld fürs Parkhaus bezahlen, wenn das Parken in der Altstadt kostenlos ist? Es ist nicht geplant, die Altstadt autofrei zu machen, also werden dort auch Autos parken. Alles andere ist leider eine Illusion.

Jetzt könnte man sich fragen, wo stattdessen ein Parkhaus gebaut werden könnte. Dazu waren in der Vergangenheit auch verschiedene Vorschläge zu hören, zum Beispiel: auf dem Hammerparkplatz (wo ja schon alles erschlossen ist), auf dem Finanzamtparkplatz, Herrenmühle abreißen und dort ein Parkhaus bauen usw.

Der Stadtrat hat kürzlich die geänderten Bebauungspläne im Areal Vorstadt/Forstparkplatz abgesegnet, womit der Bau eines Parkhauses an dieser Stelle theoretisch möglich wäre – obwohl unter anderem BUND, NABU, Pro Natur Westerzgebirge e. V. und die Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz (LAG) den Vorentwurf des Bebauungsplans ablehnten. Beschlossen ist der Bau eines Parkhauses dort jedoch noch nicht. Wie es weitergeht mit einem Parkhaus für die Altstadt, vielleicht ja auch an einem anderen Standort, wird sich vermutlich erst nach der Wahl am 26. Mai zeigen.

(Die Fotos sind von Freitag, dem 10. Mai 2019.)

Irgendwo dazwischen

Nachts frischer Schnee, aber tagsüber Plusgrade und Sonne, es wird schon noch mit dem Frühling … Bei den Bäumen und Sträuchern fängts langsam an mit Kätzchen, nicht mehr lange und die prächtigen Linden auf dem Forstparkplatz an der Erlaer Straße sind wieder grün.