Frau Schwarz und Herr Berg: Scheiß Corona!

Frau Schwarz und Herr Berg leben in Schwarzenberg und laufen sich immer mal über den Weg. Ihre Gespräche sind erstunken und erlogen, absolut wahr und von der Kunstfreiheit gedeckt. Glück auf!

Na Frau Schwarz, lang nich gesehn!

Ja, stimmt, Herr Berg. Wir laufn uns ja sonst immer bei Festen übern Weg, und die falln halt seit Monaten aus.

Das is alles die Schuld von denen aus Dresden und Berlin!

Von wem?

Na von den Regierenden!

Wieso, was ham die damit zu tun?

Na die tun, als wär Pandemie und machn alles zu und verbietn alles, was Spaß macht!

Wieso tun die, als wär Pandemie. Es is Pandemie, Herr Berg!

Das is doch Quatsch, das is so ne Verschwörung, das Corona is doch bloß wie ne Erkältung oder Grippe, am besten machn wir alles auf und schützn halt die Alten und vielleicht die Kranken, und die andern machn weiter wie immer, dann is gut.

Ich glaub nich, dass das funktioniert, Herr Berg. Sie wissen schon, dass auch Kinder, junge Leute, Leute mit 30, 40, 50, 60 richtig krank werdn und dran sterbn können, an dem Corona?

Das sin dann Einzelfälle, so was passiert halt.

Nee, keine Einzelfälle. Deshalb isses ja ne Pandemie. Ich sag Ihnen mal was, Herr Berg, vor einem Jahr is ne entfernte Verwandte von mir dran gestorben, gleich am Anfang von der Pandemie. Eine Großtante oder was das von mir aus gesehn is, die war nich mehr jung, aber richtig alt auch nich, die war immer die Erste beim Feiern und konnte Klavier spieln und hat gern mal einen getrunken, die war ne Stimmungskanone. Dann hat se sich mit paar Leuten ausm Verein getroffn, die habn zusammen was getrunkn und dann hattn die alle Corona. Und sie is dran gestorben.

Na das tut mir leid für Sie und die Tante, aber es sterbn halt immer mal welche und damals vor paar Jahren bei der Grippewelle, wo so viele gestorbn sin, da hat kein Hahn nach gekräht!

Woher ham Se das denn? Aus so ner absolut seriösen Quelle ausm Internet oder was?

Na aus meinem Facebook halt, das öffnet dir die Augen, da kriegste mit, dass du früher ein Schlafschaf warst und die Regierenden dich für saudumm verkaufn, immer.

Na dass die Regierenden einen für dumm verkaufen, da mag was dran sein, Herr Berg! Ich find ja, mit Corona verkaufn die uns langsam, aber sicher für mehr als saudumm. Die schränkn dich privat immer mehr ein, aber auf Arbeit isses, als wär nichts, wenn ich mich so umhör. Die lassn die Schulen auf bei Wocheninzidenz straff auf 400 zu und sagn, Masken und Test und Abstand und Händewaschn reicht schon. Dass ich nich lache! Die in Dresden sind zu dämlich, nen ordentlichn und verbindlichn Onlineunterricht zu verlangen und zu organisiern, und dann kann jede Schule fröhlich machn, was se will. Wenn der Lehrer kein Bock hat auf Videokonferenz und Mails an die Schüler und sich die Lösungen von den Aufgaben nie anguckn will und den ganzn Scheiß, dann musser das nich machn, und das ein verdammtes Jahr, seitdem diese verdammte Pandemie am Laufn is!

Holla Frau Schwarz, Se sin ja richtig wütend.

Ja, Herr Berg, das könn Se laut sagn, ich bin wütend wie Sau! Ich hab die Schnauze voll und will endlich mein normales Leben zurück, und das geht nich, wenn mit diesen verdammten Wocheninzidenzen jongliert wird und nich mal ordentlich versucht wird, zu verhindern, dass sich die Leute wie blöde ansteckn!

Äh, Frau Schwarz, sin Se da auch schon auf ner Corona-Demo gewesn?

Ich bin doch nich bescheuert, ham Se sich schon mal angeschaut, wer da läuft! Da sin die Rechtn und die Esoteriker, solche Leute, die ne Krankheit mit Globuli heilen wolln und für den Weltfriedn tanzn. Is ja schön, wenn man tanzt, aber für Weltfriedn muss man schon mehr machn als tanzn. Und Globuli, da bin ich früher drauf reingefalln, aber da verdient sich doch nur ne Wirtschaft dran dämlich. Zuckerkugeln mit nix für gutes Geld, wie blöd kann man sein? Einfach pusten, trösten und wenn de Kinder richtig krank sin zum Arzt, alles andre is doch einfach nur Scheiß!

Äh, Rechte, das stimmt doch gar nich! Das sin normale Leute alle, die die Schnauze voll ham von Lockdown und so, die wolln ihr Leben zurück!

Herr Berg, stelln Se sich doch nich dumm! Wer redet denn immer von wegen Masken sin Blödsinn und bringen nichts und Lockdown sofort beenden, egal wie die Corona-Kacke grad am Dampfen is! Das sin Leute von der NPD, von der AfD, wie nennen Se die denn? Rechts oder rechtspopulistisch oder radikal oder bürgerlich?

Aber Schweden …

Komm Se mir nich mit Schweden! Die hattn dort auch kein Dolce Vita, die hattn dort auch Beschränkungen und die Zahln von den Corona-Toten sprechn für sich! Herr Berg, ich sag: Neuseeland! Dort ham se nen Lockdown gemacht, der den Namen auch verdient, und die könn jetzt Party machn, die ham ihr Lebn wieder!

Neuseeland is ne Insel, Frau Schwarz! Sin wir nich.

Nee, sin wir nich, aber wir hättens besser machn können, viel besser. Die CDU-Leute in Berlin habn mit Maskendeals ihre Zeit verjuxt, statt so schnell wie möglich genug Impfdosen an Land zu ziehn und die Impferei dann auch ordentlich zu organisiern!

Frau Schwarz, Se lassn sich doch nich impfn!

Doch, ich bin doch nich blöd! Ich lass mich impfn, sobald ich endlich mal dran bin, hörn Se mal, der ganze Vatikan hat sich mit Biontech impfn lassn, denken Se, die machn was, was denen schadet!

Was schert mich denn der Papst!

Der Landrat hat sich auch impfn lassn!

Was schert mich der Landrat!

Von der AfD ham sich auch welche impfn lassn!

Was schert mich … äh. Da ham sich welche impfn lassn?

Ja, könn Se mal googln. Steht wohl nich in Ihrem Facebook?

Frau Schwarz, ich muss langsam mal weiter. War, äh, nett, Se mal wieder zu sprechn. Man sieht sich vielleicht …

Herr Berg, nur eins muss ich noch sagn!

Ja, was denn?

Scheiß Corona!

Erzengelweg bei Bockau: Sachsenforst bittet Waldbesucher um Vorsicht

Das Wetter ist frühlingshaft schön und egal, ob es zu Ostern wieder kälter wird oder nicht, in den Wäldern in und um Schwarzenberg werden viele Menschen unterwegs sein. Zum Erzengelweg bei Bockau teilt der Sachsenforst Folgendes mit:

„Durch unsere Revierleiterin Anne Borowski und Clemens Weiser, unseren Abteilungsleiter Staatswald, wurde in den letzten Tagen festgestellt, dass sich im Bereich des Erzengelwegs bei Bockau sehr viele Waldbesucher aufhalten. Aktuell finden in diesem Gebiet Holzerntemaßnahmen mit Spezialtechnik im Steilhang statt. Im unteren Hang ist die Bundesstraße 283 voll gesperrt. Diesen Umstand nutzt der Forstbezirk Eibenstock, um diesen schwer zu bewirtschaftenden Waldteil zu pflegen und Verkehrssicherungsmaßnahmen durchzuführen. Um die Holzerntemaschinen und deren Insassen im Steilhang abfangen zu können, werden diese mit Drahtseilen abgesichert. Die straff gespannten Drahtseile stellen eine zusätzliche Gefahr für Waldbesucher dar, weil sie leicht übersehen werden.

Wir bitten daher die Waldbesucher, die Wegsperrungen und Waldteilsperrungen rund um den Erzengelweg zu beachten. Auch wenn die Arbeiten im Wald scheinbar ruhen, bestehen mehrere Wochen nach den Maßnahmen noch erhöhte Risiken.

Der Landestourismusverband und der Sachsenforst empfehlen andere Waldgebiete, in denen die Waldbesucher sich ungehindert erholen können.“

-> Vorschläge für Wanderungen: www.sbs.sachsen.de
-> Info und Foto: Sachsenforst

Öffnen die Schulen im Landkreis ab 15. März?

Am Freitag, den 5. März 2021, gabs eine neue Sächsische Corona-Schutz-Verordnung, in der es auch um die Öffnung der Schulen geht. Demnach ist ab 15. März für die Klassen 5 bis 10 wieder Präsenzunterricht möglich.

Bedingungen für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5:
– Klassenteilung, Wechselmodell
– 1 x pro Woche Schnelltest/Selbsttest
– Maskenpflicht

Innerhalb einer Arbeitswoche für eine ganze Schule zu den obigen Bedingungen Präsenzunterricht zu organisieren, ist sportlich. Zumal es zur Durchführung der Selbsttests jede Menge Fragezeichen gibt.

Dazu kommt noch ein großes Aber: „Wird der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in einem Landkreis oder in einer Kreisfreien Stadt an fünf Werktagen in Folge überschritten, ist (…) die Präsenzbeschulung (…) in dem Landkreis oder der Kreisfreien Stadt ab der jeweils folgenden Woche unzulässig.“

Weiter heißt es: „Wird der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner in dem Landkreis oder der Kreisfreien Stadt an fünf Werktagen in Folge wieder unterschritten, ist (…) die Präsenzbeschulung (…) in dem Landkreis oder der Kreisfreien Stadt ab der folgenden Woche wieder zulässig.“ (Sächs. Corona-Schutz-Verordnung 05.03.2021, § 5 Absatz 8)

Das klingt nach einem unguten Auf und Ab, denn die Wocheninzidenz liegt im Erzgebirgskreis aktuell um die 100. Montag, 8. März: 109,6. Dienstag, 9. März: 106,9.
Wie hoch die Wocheninzidenz ist, findet sich auf der Landkreis-Website, wo die Zahlen vom Robert-Koch-Institut jeweils tagesaktuell eingestellt werden: https://www.erzgebirgskreis.de/de/aktuelles/coronavirus

Auf der Website kann man sich auch täglich die Corona-Informationen des Landratsamts als PDF herunterladen. Nach der vom heutigen 9. März gibt es derzeit in 11 Schulen im Landkreis Corona-Fälle – obwohl bisher nur Abschlussklassen und Grundschulen Präsenzunterricht haben.

Hinzu kommt, dass ab dem 29. März Osterferien sind, bis zum 9. April. Es geht also zunächst um zwei Wochen Präsenzunterricht vom 15. bis 26. März, dazu mit geteilten Klassen.

Die große Frage zum Schluss: Gehen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 10 im Erzgebirgskreis also ab Montag wieder in die Schule? Das wird sich zeigen …

-> Corona-Schutz-Verordnung vom 05.03.2021: https://www.coronavirus.sachsen.de/download/SMS-Saechsische-Corona-Schutz-Verordung-2021-03-05.pdf

Was macht der Wald? Fragen und Antworten zum Forstbezirk Eibenstock

Schwarzenberg gehört zum Forstbezirk Neudorf, aber wenn man in Richtung Jägerhaus, Conradswiese, Fischteich in Lauter läuft, ist man im Forstbezirk Eibenstock. Im Forstbezirk Eibenstock ist Michael Pfalz für Waldpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, ihm habe ich einige Fragen zu verschiedenen Wald-Themen gestellt, zum Beispiel was man am besten macht, wenn man im Wald Müll entdeckt, wie viele Pilze man mitnehmen darf und wie der Wald der Zukunft im Erzgebirge aussieht.


Wald und Mensch

1. Sind seit rund einem Jahr – also wegen Corona – mehr Menschen im Wald unterwegs?

Michael Pfalz: Es lässt sich deutlich feststellen, dass mehr Besucher in den Wald kommen. Vor allem an den von uns geschaffenen Erholungseinrichtungen, wie zum Beispiel der Lehrpfad an der Talsperre Sosa, ist eine erhöhte Nutzung zu erkennen.

2. Sind Privatautos und Mopeds im Wald ein Problem? Welche Regeln gelten für Privat-Kfz im Wald?

Leider ja! Zum einen sind die privaten Fahrzeuge gerade am Wochenende eine erhebliche Störung für die Erholungssuchenden im Wald, besonders für Spaziergänger, Radfahrer und Sportler. Zum anderen stellen die privaten Fahrzeuge Rettungswege zu und behindern die Holzabfuhr. Große Sorgen bereiten uns Schneemobile und Motocross-Maschinen, da sie Waldbesucher und Tiere erheblich stören.
Nach § 11 des sächsischen Waldgesetzes dürfen die Waldwege nicht mit motorbetriebenen Fahrzeugen genutzt werden. Ausnahmen sind hierbei der Jagdbetrieb, die forstbetriebliche Nutzung und natürlich darf der Eigentümer des Waldes die Wege befahren.

3. In der Freien Presse war letztens zu lesen, dass die illegale Müllentsorgung im Wald zunimmt. Was machen Sie dagegen? Was empfehlen Sie Spaziergängern zu tun, wenn sie im Wald Müll entdecken?

Leider können wir nicht viel dagegen tun, außer Präsenz zeigen und das Thema in der Öffentlichkeit sensibilisieren. Kleinere Mengen Müll können gern gleich selbst mitgenommen werden, bei meinen Waldführungen habe ich immer einen Müllbeutel dabei und sammle kleinere Sachen gleich ein, denn die Hemmungen der Waldbesucher sinken, wenn schon Müll da liegt, gleich noch welchen dazu zu werfen. Ansonsten können die Waldbesucher große Müllanlagerungen auch gerne an mich melden, vielleicht gleich mit Foto, und ich kümmere mich darum. Auch hier gilt es, den Müllberg schnellstmöglich aus dem Wald entfernen, weil er sonst wächst.

4. Pilze, Beeren, Kräuter usw. – wie viel können Privatpersonen aus dem Wald mitnehmen?

Das sächsische Waldgesetz § 14 sagt: „Wildwachsende Blumen, Gräser und Farne können für den persönlichen Bedarf (Handstrauß) entnommen werden. Entsprechendes gilt für das Entnehmen von Leseholz, Pilzen, Kräutern, Moosen, Beeren und anderen Wildfrüchten. Die Entnahme hat pfleglich und nur für den Eigengebrauch zu erfolgen.“

Das ist eine unklare Aussage! Um es mal bildlich auszudrücken, ein Handkorb mit Pilzen pro Tag ist in Ordnung, der ganze Kofferraum voll, nicht.
Unter Naturschutz stehende Pflanzen dürfen nicht entnommen werden. Daher muss man sich immer sicher sein, welche Pflanze oder Pilz da gerade entnommen wird.

5. Wie erreichen Sie Kinder, Jugendliche, Erwachsene, um über den Wald und die Forstarbeit zu informieren?

Ich stehe in engem Kontakt mit den Schulen und Kitas im Forstbezirk und begleite die Klassen auf Waldführungen. Weiterhin haben wir in Conradswiese unser Waldschulheim, wo Kinder von 4 bis 14 Jahren spielend an die Prozesse im Wald herangeführt werden. In normalen Jahren können so allein im Forstbezirk Eibenstock um die 3000 Kinder pro Jahr waldpädagogisch betreut werden.
Für Erwachsene bieten wir Frühlingsspaziergänge, Pflanzaktionen und Waldführungen an.
Zentral betreibt Sachsenforst einen Social-Media-Auftritt. Hier werden aktuelle Themen dargestellt und erläutert.
Außerdem gibt es in jedem Forstbezirk einen Sachbearbeiter, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist und als Ansprechpartner zur Verfügung steht.


Wild und Jagd

6. Baumfällungen und Transport mit schwerem Gerät, Jäger, Spaziergänger, Radfahrer, Hunde an und ohne Leine usw. – gibt es im Wald noch richtige bzw. genug Ruhegebiete für das Wild?

Telemetrie-Studien zeigen, dass einen Tag nach durchgeführten Holzerntemaßnahmen sich das Wild schon wieder auf den Flächen einstellt. Am meisten werden die Wildtiere beunruhigt, wenn Personen im Unterholz unterwegs sind, da sie diese erst spät wahrnehmen und somit fluchtartig und in Panik wegrennen. Die schweren Maschinen im Wald und auf den Wegen sind durch die Geräusche für das Wild gut einschätzbar und das Wild kann ruhig und langsam ausweichen. Durch unsere Waldumbau-Strategie werden auch viel mehr Rückzugsmöglichkeiten für die Wildtiere geschaffen, in denen sie Deckung und Nahrung haben. Ein gleichaltriger monotoner Fichtenbestand, wie er die letzten 300 Jahre überwiegend im Erzgebirge vorkam, bietet das nicht.

7. Mittlerweile scheint an jeder Wiese ein Hochsitz zu stehen, die schießen sozusagen wie Pilze aus dem Boden. Gibt es da keine Begrenzung? Können Hochsitze gebaut werden, wie die Jäger lustig sind?

Das regelt der § 26 des sächsischen Jagdgesetzes. Eine zahlenmäßige Begrenzung gibt es dort nicht. Lediglich darf die Bewirtschaftung des Gebietes nicht durch jagdliche Einrichtungen beeinträchtigt werden. Außerdem muss man sagen, dass wir unsere jagdlichen Einrichtungen regelmäßig erneuern und durch das frische helle Holz fallen diese auch eher ins Auge. Viele dieser Einrichtungen werden für Bewegungsjagden mit Hunden nur 2 x im Jahr genutzt. Das führt nur kurzzeitig für jeweils 2 Stunden zur Beunruhigung des Wildes.

8. Wie viele Wildtiere wurden im Jahr 2020 im Forstbezirk Eibenstock erlegt: Rehe, Wildschweine, Füchse, Feldhasen, Greifvögel?

Das Jagdjahr geht immer vom 1. April bis 31. März, von daher gibt es keine Statistik für das Kalenderjahr 2020.
Unter dem folgenden Link erhalten Sie eine Übersicht über die Jagdjahresstrecken im Freistaat Sachsen: https://www.wald.sachsen.de/Streckenuebersicht_1992_2020.pdf

9. Wie sind im Sachsenforst bzw. Forstbezirk die konkreten Jagdzeiten für Rehe und Wildschweine?

Unter dem folgenden Link finden Sie die Jagd- und Schonzeiten nach dem sächsischen Jagdgesetz, an diese halten wir uns bei Sachsenforst sowie im Forstbezirk Eibenstock. https://www.wald.sachsen.de/Jagdzeiten_Schonzeiten2018.pdf


Wald: Zustand und Zukunft

10. Wie ist die Borkenkäfersituation? Warum sind die hiesigen Wälder so stark davon betroffen?

Die Borkenkäfersituation ist immer noch angespannt. In den Bäumen und dem Boden überwintert eine hohe Zahl an Käferindividuen. Sobald die Temperaturen im Frühjahr über 16 °C steigen, beginnt der Schwarmflug. Das heißt wenn es ein warmes und trocknes Frühjahr wird, kann es wieder zu einer Massenvermehrung kommen.
Bei dem allgemein bekannten Borkenkäfer handelt es sich hier im Erzgebirge um den Buchdrucker, eine Borkenkäferart, die auf Fichten ab einem Alter von ca. 40 Jahren spezialisiert ist. Im Erzgebirge bestehen die Wälder zu 85 % aus Fichte. Der Buchdrucker findet also ideale Bedingungen zur Fortpflanzung vor. Zumal es in den letzten Jahren viel zu trocken war und die Bäume geschwächt sind.

11. Welche Rolle spielt der Klimawandel in unseren Wäldern, wie zeigt er sich in Ihrem Forstbezirk konkret, was tun Sie dagegen?

Die Trockenheit macht den gepflanzten Fichten-Monokulturen stark zu schaffen. Der Forstbezirk Eibenstock setzt auf standortangepasste Baumartenauswahl, indem Tannen, Buchen und vielfältige andere Baumarten aus an das zukünftige Klima angepassten Herkünften gepflanzt werden. Das Ziel ist ein strukturreicher Mischwald aus vielen Baumarten und Schichten. Weiterhin werden Hecken an den Waldinnenrändern angelegt, um das Waldinnenklima zu erhalten und die Artenvielfalt zu erhöhen.

12. Wie sieht der Wald der Zukunft im Erzgebirge aus? Welche Projekte verfolgt der Forstbezirk Eibenstock aktuell, um auf diesem Weg voranzukommen?

Aus 85 % Fichtenanteil sollen 45 % werden, dann noch jeweils 20 % Buche und Weißtanne, der Rest soll sich auf Lärche, Kiefer und andere Laubbaumarten wie Ahorn verteilen. Weiterhin wird die natürliche Verjüngung gefördert, da Bäume, die sich auf natürlichen Wege angesamt haben, am stabilsten sind. Eine ausgewogene Mischung der Baumarten sowie eine stufige Altersstruktur der Waldbestände sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, um unsere Wälder für den Klimawandel fit zu machen. Waldaußen- und -innensäume sind voller blühender Kräuter und Sträucher. Eine Vielzahl von Kleingewässern, Teichen und Bachläufen sorgt für ein frisches Waldinnenklima und schafft Lebensräume. Totholz als Biotop ist allgegenwärtig. Wildschutzzäune und Pflanzenschutzmittel gehören der Vergangenheit an. Die Artenvielfalt nimmt zu.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Pfalz.


Michael Pfalz
SB Waldpädagogik / Öffentlichkeitsarbeit
Staatsbetrieb Sachsenforst, Forstbezirk Eibenstock
Telefon: 037752 5529 23
michael.pfalz@smul.sachsen.de
https://www.sbs.sachsen.de/eibenstock-7365.html

Trifft ein leinenloser Hund auf einen Spaziergänger … was dann?

Langsam wird es Frühling, das schöne Wetter zieht viele raus in die Natur. Wenn Leute mit Hund beim Spazierengehen auf Leute ohne Hund treffen, gibt es immer mal unschöne Szenen, Unverständnis, Missverständnisse. Ich habe dazu vier Fragen an Heiko Münzner gestellt, der Hundetrainer und Inhaber des Hundezentrums Münzner in Breitenbrunn ist.

Ein Hundebesitzer sagt: Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, zerrt der immer an der Leine. Also lasse ich ihn von der Leine und herumlaufen, der muss sich halt austoben. Richtig oder falsch, Herr Münzner?

Heiko Münzner: Falsch! Jeder Hund kann und muss eigentlich lernen, korrekt an der Leine zu laufen. Letztlich spricht ein zerrender Hund im negativen Sinne für sich. Es zeigt, dass der Hund eben leider das Laufen an lockerer Leine nicht gelernt hat. Meist hat er dann auch viele andere wichtige Dinge nicht gelernt, so zum Beispiel den Rückruf. Das Austoben eines Hundes ist sicherlich wichtig. Aber das kann ich auch durch lange Spaziergänge, Radtouren oder Joggen mit dem Hund erreichen.

Ein Hundebesitzer sagt: Mein Hund ist superlieb, der tut niemandem was, keine Ahnung, warum die Spaziergänger sich aufregen, wenn mein Hund ohne Leine rumläuft und zu denen geht. Wie sehen Sie diese Situation?

Jeder Hundehalter hat die Pflicht, seinen Hund abzurufen und anzuleinen, wenn andere Menschen kommen. Das ist eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme. Es gibt Menschen, die Angst vor Hunden haben, dies gilt es zu akzeptieren. Wenn jemand wirklich Angst hat, dann hilft ihm die Aussage des Hundehalters, dass der Hund lieb sei, nicht weiter.

Man liest und hört immer wieder, dass Hunde beim Gassigehen ihren Besitzern ausreißen und gesucht werden. Kann das mal passieren oder darf das nicht passieren?

Sicherlich kann man als Hundehalter nicht zu 100 % alle Situationen kontrollieren. Dennoch sollte man seinem Hund den sicheren Rückruf beibringen, bevor man ihn ableint. Damit beugt man unkontrolliertem Ausreißen vor.

Man geht spazieren und ein leinenloser Hund kommt auf einen zu. Der Besitzer ist weiter weg, der Hund hört nicht auf ihn und geht nicht zum Besitzer zurück. Wie reagiert man am besten als Spaziergänger?

Eine äußerst schlechte Situation, die eigentlich nicht passieren darf, aber leider viel zu oft passiert. Das Beste, was man in einer solchen Situation als Spaziergänger machen kann, ist, sich ruhig und passiv zu verhalten. Jegliche Hektik, jede schnelle Bewegung würde zusätzlich Brisanz in die Situation bringen.
Auf unserer Seite www.h-z-m-online.de gibt es viele weitere Informationen. Letztlich gilt ein Leitsatz: Der Hund ist immer das, was sein Besitzer aus ihm macht!

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Münzner.

Foto: Heiko und Anja Münzner mit Airedale Terrier Glenn und Border Collie Sherlock, Fotografin: Dorothee Sykora