Mails aus Bonn oder: ein Blick von außen auf Schwarzenberg und das Erzgebirge

Vor etlichen Monaten, im August 2018, erhielt ich eine Mail von Ulrich D. aus Bonn. Im Herbst 2017 hatten er und seine Frau Urlaub in Schneeberg gemacht und auch Schwarzenberg besucht. Ich fand Herrn D.s Sicht auf Schwarzenberg und das Erzgebirge so spannend, dass ich ihn fragte, ob ich die Mail im Blog veröffentlichen darf. Ja, ich durfte. Dann allerdings raste die Zeit und ich kam nicht dazu, diesen etwas anderen Blogeintrag zu verfassen. Jetzt klappt es endlich, hier ist unser kleiner Mailwechsel.


9. August 2018

Glückauf liebe Frau Groh,

ich bin ein Leser Ihres Schwarzenberg-Blogs, genauer gesagt: ich bin es seit Oktober 2017, weil meine Frau und ich da nämlich 2 Wochen Urlaub im Erzgebirge (Schneeberg) gemacht haben und da natürlich auch das eine oder andere Mal in Schwarzenberg waren.

Ein hübsches, gepflegtes und sehr abwechslungsreiches Städtchen, an das wir gerne zurückdenken. Leider mitunter ein bißchen menschenleer wirkend, aber das haben wir häufiger im Erzgebirge beobachtet. Würde Schwarzenberg hier in der Gegend liegen, wäre es ein Besuchermagnet. Dann hätten Sie allerdings das andere Extrem: Horden von Bustouristen und eine miese Freßbude neben der anderen. Man merkt eben doch, daß viele Menschen nach der Wende wohl weggegangen sind. Wir waren in einem Schwarzenberger Einkaufszentrum, und es wirkte stellenweise wie leergefegt. Dennoch: wir sind auch immer wieder jungen Erzgebirgern begegnet, die nach Jahren in der Fremde (durchweg im Westen) wieder zurückgekehrt sind: „Derham is derham“ haben wir wirklich oft gehört.

Deshalb nur mal eine kurze Rückmeldung, denn wenn man eine Internetseite betreibt, einen Blog schreibt, dann schreibt man ja so ein bißchen „ins Leere“ hinein. Die Klickzahlen kennt man vielleicht, aber man weiß ja erst dann, ob und wie die Arbeit angenommen wird, wenn man mal Rückmeldungen und Kommentare bekommt. Ich schaue bei Ihnen immer mal wieder gerne rein. Gut, manche Themen sind natürlich in erster Linie für Einheimische bestimmt, aber alleine schon die vielen schönen Photos sind immer wieder eine Freude.

Übrigens hat das Erzgebirge im Herbst seinen ganz besonderen Reiz. Sicher, der Winter im Schnee ist romantisch – aber eben auch einförmig: alles sieht eben gleich und weiß aus. Der Herbst kommt bei Ihnen 2 oder 3 Wochen früher als hier im Rheinland – und so hatten wir die wunderschönen Farben ganz alleine für uns – denn im Oktober ist Ihre Heimat auch nicht so überlaufen. Das wiederum hatte den Vorteil, daß (Sie sehen als Lektorin, daß dieser Buchstabe bei mir noch eine Heimstatt besitzt) man auch mit vielen Leuten ins Gespräch kommen konnte, was bei Touristenmassen schwerer möglich gewesen wäre. So unterhielten wir uns länger mit einem Herrn am Eingang vom Schloßmuseum. Ich habe seinen Namen nicht mehr präsent, aber er macht – als Eisenbahner gekleidet – auch Stadtführungen. Sie werden ihn vermutlich kennen. Toll, was der Mann alles wußte und worauf er uns noch hinwies. Oder das Eisenbahnmuseum, wo wir ganz alleine waren, ebenso die Schloßkirche, die wir für uns hatten.

Und dann noch der beste Baumkuchen, den wir kennen: am „Tag des offenen Handwerks“ sind wir einfach mal bei der Bäckerei Weißbach in der Alten Annaberger Straße vorbeigefahren, wo wir fast wie Familienangehörige aufgenommen wurden. Ganz reizende Leute, sehr gastfreundlich und – wie gesagt: toller Baumkuchen. Ich hatte bis zu diesem Tag keine Ahnung, wieviel Arbeit in einem solchen Gebäck steckt. Ohnehin: Sie haben hervorragende Bäckereien im Erzgebirge. Hier bei uns gibt es fast nur Industriefraß, im Bonner Norden existiert z. B. nur noch eine einzige echte Bäckerei.

So, und wenn ich nun Ihre Website aufrufe, dann kommen für uns eben auch all diese schönen Erinnerungen zurück und dafür meinen herzlichen Dank!

Schönen Gruß,
Ulrich D.


13. August 2018

Lieber Herr D.,

vielen Dank für Ihre Mail. Sie haben recht, mit dem Blog schreibe ich wirklich ein wenig ins Leere, von wem es gelesen wird, bekomme ich eher zufällig mit, mal durch Mails wie Ihre, mal bei persönlichen Begegnungen. Seit Facebook und Co. in gewissem Maße die Blogs abgelöst haben, wird auch deutlich weniger kommentiert, wenn überhaupt. Diese direkten Reaktionen auf Artikel fand ich gut, und das ist ein Grund, warum ich fürs Schwarzenberg- Blog seit 2014 zusätzlich eine Seite bei Facebook habe.

Ihre Sicht von außen auf die Stadt bzw. aufs Erzgebirge ist für mich natürlich spannend und ich freue mich zu lesen, dass Ihnen Ihr Urlaub hier so gefallen hat. Bustouristen kommen auch nach Schwarzenberg, aber nicht in Massen, und sie laufen eher nur durch die Altstadt und sind schnell wieder weg. Die Altstadt ist mal leerer und mal voller, das kommt aufs Wetter, auf den Wochentag, auf die Jahreszeit und vieles andere an, aber unterm Strich ist hier auf den Straßen meist nicht so viel los, da haben Sie recht. Früher fand ich das nicht so gut, mittlerweile bin ich manchmal ganz dankbar drum, unter anderem, weil es so entspannter ist. Wenn es einem mal zu ruhig wird, hat man es nicht weit zur nächsten größeren Stadt, ob nun Chemnitz, Dresden, Leipzig, Prag, die Auswahl ist nicht schlecht …

Ihr Eindruck von Schwarzenberg und dem Erzgebirge wäre sicher auch für andere interessant, könnten Sie sich vorstellen, dass ich Ihre Mail als Artikel im Schwarzenberg-Blog veröffentliche? Falls Sie das nicht wollen, dann ist das auch in Ordnung, fühlen Sie sich bitte nicht dazu gedrängt. Ich finde es einfach schön fürs Blog, wenn es immer mal Gastbeiträge, Stimmen von anderen gibt.

Damit bedanke ich mich nochmals sehr für Ihre Mail und grüße herzlich aus Schwarzenberg
Andrea Groh


14. August 2018

Liebe Frau Groh,

aber natürlich dürfen Sie das. Vielleicht noch eine kleine Ergänzung zu dem Gesagten. Wir haben uns in diesen Wochen auch wirklich bemüht, mit Einheimischen in Berührung zu kommen – und das ging problemlos. Die Mentalität ist eine andere als im Rheinland: der Rheinländer ist durchaus offen, schon fast distanzlos, auch schnell mit dem Duzen und dabei bis zur Geschwätzigkeit kommunikativ: im rheinischen Jargon nennt man so jemanden einen „Schwaadlappen“, was mit „Schwätzer“ noch sehr freundlich umschrieben ist. Allerdings geht das nicht unbedingt sehr tief.

Im Erzgebirge haben wir es etwas anders erlebt: die Leute waren erst etwas distanziert, eher abwartend und nicht so redselig, dabei aber durchaus höflich und auch freundlich. Nach einer Weile, wenn sie merkten, daß da nicht ein „arrogantes Arschloch“ oder ein „Besserwessi“ vor ihnen stand, war der „Bann“ gebrochen (wenn es ihn denn je gab). Ich glaube, daß die meisten Leute es durchaus schätzten, wenn sie sahen, daß wir uns genuin
für die erzgebirgische Kultur interessierten und nicht nur „Touris“ waren, die irgendwelche Sehenswürdigkeiten abhakten oder über die Qualität des Frühstücks meckerten. Denn dann kamen sofort die Hinweise, was wir uns noch anschauen sollten: ein bestimmtes Museum, die Bücher von Gotthard Schicker, ein Bergwerk oder ein Pochwerk, die Lieder von Anton Günther, eine Brauerei („Kennen Sie schon das Zwönitzer“?) oder „Sie müssen mal den Schieböcker Käse probieren“. Solchen Hinweisen verdanken wir auch einige unserer nettesten Begegnungen: so zum Beispiel mit den „Schnitzfreunden“ in Schlettau, die uns zufällig „Hereingeschneiten“ sofort eine Führung gaben durch ihr gemütliches „Schnitzheim“ (unmittelbar neben dem Schlettauer Schloß).

Was ganz bestimmt anders ist als bei uns im Rheinland: die Erzgebirger scheinen keine Nachtmenschen zu sein. Wir hatten oft den Eindruck, daß da im doppelten Sinne abends „die Rolläden runtergingen“. Man fuhr durch Orte, die wie evakuiert wirkten. Häuser, die im Dunkeln lagen, und das obwohl sie augenscheinlich bewohnt waren, denn vor der Tür standen ja Autos. Als meine Frau und ich in einem wirklich schönen Restaurant einen Tisch reservieren wollten, fragte man uns, wann wir denn kommen wollten. Als ich meinte, „so kurz vor 20 Uhr“, kam die Antwort: „Ginge das bei Ihnen vieleicht auch etwas früher? Denn so gegen 8 machen wir langsam Schluß.“ Sagen Sie das mal einem Kölner, Bonner oder Aachener – der läuft sich um die Uhrzeit doch erst richtig warm …

Vielleicht hat das etwas mit der Historie zu tun, daß man im Erzgebirge traditionell eher in den eigenen vier Wänden in Hutzenstuben zusammenhockte, vielleicht hat es auch mit der protestantischen Arbeitsethik zu tun … die Arbeitsethik  ist im frivol-katholischen Rheinland auch etwas anders. Und apropos „protestantisch“ … wir hatten auch den Eindruck, daß der Protestantismus (in seiner lutherischen Ausprägung) im Erzgebirge auch noch stärker verankert ist als in in allen Landesteilen, die ich bisher besucht habe.

Besonders bleiben uns drei Dinge in guter Erinnerung. Schätzen Sie sich glücklich, daß Sie ein so tolles Theater haben wie das Winterstein-Theater in Annaberg. Dann: die Bergbaukultur ist im Erzgebirge nicht nur das Steckenpferd ehemaliger Bergleute, sondern wirkliche Volkskultur. Und damit eng zusammenhängend: wir haben (außer vielleicht in Bayern) noch nie Menschen getroffen, die eine derartige Heimatverbundenheit und einen solchen Stolz auf ihr Land ausstrahlen.

Übrigens: so ein bißchen Erzgebirge haben wir auch jeden Tag, denn bei uns kommt fast täglich Brot aus dem Erzgebirge auf den Tisch – von unserer „Lieblingsbäckerei“ Rene Kinder aus Schneeberg. Da kann jedes Aldibrot sich nur schamhaft im Backautomaten verstecken …

Schönen Gruß,
Ulrich D.


20. Dezember 2018

Lieber Herr D.,

ich habe Ihre Mails nicht vergessen und möchte sie nach wie vor im Blog veröffentlichen, ich hoffe, ich komme demnächst dazu …

Ich wünsche Ihnen ein schönes Fest, entspannte Zwischentage und ein gutes neues Jahr.

Viele Grüße aus Schwarzenberg
Andrea Groh


20. Dezember 2018

Liebe Frau Groh,

das ist aber lieb – mit Ihrer Mail hatte ich jetzt gar nicht gerechnet. Ich habe mir einige Erzgebirgs-Seiten als Lesezeichen abgespeichert und schaue immer mal rein, wenn es die Zeit erlaubt – darunter natürlich auch in Ihren Blog. Ist doch toll, was man aus so einer kleinen Stadt doch alles herausholen kann – und wir erkennen natürlich so manche Ecke wieder. Und jetzt habe ich auch Ihre Facebook-Seite entdeckt.

Leider habe ich vor einigen Tagen lesen müssen, daß mit Markus Beyer ein prominenter Schwarzenberger gestorben ist, und das nach unserem menschlichen Maßstab viel zu früh. Er kam immer als netter, fairer und bescheidener Kerl rüber. Ich hatte seit seiner aktiven Zeit im Kopf „Markus Beyer aus Erlabrtunn“. Und als wir damals durch Erlabrunn fuhren, sagte ich meiner Frau: „Hier kommmt doch der Markus Beyer her“ (okay, sie hatte natürlich gar keine Ahnung, von wem ich sprach). Und wie der Zufall es wollte: ein paar Tage später begegnete ich ihm in einem Schwarzenberger Einkaufszentrum und habe ein paar Worte mit ihm gewechselt: total freundlich und ohne jede Starallüren, eher sogar ein bißchen schüchtern. Warum passieren guten Menschen schlimme Dinge? Ich glaube, Anfang Januar gibt es  bei Ihnen im Ort eine Trauerfeier.

Das Erzgebirge wird uns auch diese Weihnachten nicht loslassen: es gibt erzgebirgische Wurst aus Amtsberg und dazu Brot und Stollen von unserer Lieblingsbäckerei aus Schneeberg. Dazu ein Paar richtig schöne Sportschuhe für meine Frau aus Schönheide (von Raas) und natürlich wie letztes Jahr einen erzgebirgischen Wandkalender. Auf den wirklich tollen Baumkuchen von Weißbach in Schwarzenberg verzichten wir zwar aus Gewichtsgründen zu Weihnachten, aber das ist nur aufgeschoben: meine Frau hat ja bald auch noch Geburtstag …

Ihnen auch eine Frohe und Gesegnete Weihnacht.
Ulrich D.

Schwarzenberg persönlich: Jeannette Schröter, Jeanny S. Shop

Naturmode und vielfältige Accessoires gibt es im Jeanny S. Shop, und das schon seit 2003. Auf meine Fragen hat Inhaberin Jeannette Schröter geantwortet – vielen Dank dafür!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Mein Name ist Jeannette Schröter. Ich bin 1974 in Erlabrunn geboren. Ich habe zwei Kinder (8 und 16 Jahre), bin verheiratet, lebe und arbeite seit 1999 wieder in Schwarzenberg. 2003 habe ich den Weg in die Selbstständigkeit gewagt und betreibe seitdem mein kleines Lädchen, den Jeanny S. Shop in der Bahnhofstraße 11 A in Schwarzenberg. Hier findet man „Natürlich gute!“ Mode und Accessoires, fair und nachhaltig produziert – einfach das gewisse Etwas.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Mein persönlicher Bezug zu Schwarzenberg – hier sind die Wurzeln meiner Familie und ist die Heimat meiner Kinder, deshalb haben mein Mann und ich entschieden, nach einer schönen Zeit in den alten Bundesländern (Niedersachsen) wieder in die alte Heimat zurückzukehren. Wir haben beschlossen, dass unsere Kinder in Schwarzenberg mit den Traditionen der Region aufwachsen sollen. Es freut mich sehr, dass unser Sohn diesen Sommer seine Ausbildung in Waschleithe beginnen kann und nicht weit weg von zu Hause sein muss, was heute nicht selbstverständlich ist.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Ich genieße mit meiner Familie die Natur, die Weitläufigkeit und Stille der Wälder weitab vom Alltagsstress. Ich besuche gern diverse Ausstellungen und spezielle Märkte, begebe mich auf kulinarische Reise durch das Erzgebirge oder genieße einfach unser kleines Paradies, unser Häuschen mit dem liebevoll gestalteten Garten. Unsere Einkäufe tätigen wir überwiegend im Ort und achten dabei sehr auf die Nachhaltigkeit und Regionales.

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Ich wünsche mir, dass die Schönheit, das Besondere dieser Stadt noch mehr nach außen getragen wird, sprich noch mehr Touristen oder vielleicht auch Heimkehrer Schwarzenberg für sich neu und dauerhaft entdecken. Dass die Bewohner der Stadt noch mehr mit offenen Augen durch die Stadt gehen und vor allem die kleinen Händler und Einrichtungen nicht vergessen. Schwarzenberg hat sehr viel Potential, was noch ungenutzt ist. Die Stadt muss noch attraktiver gemacht werden, um vor allem junge Familien zu gewinnen und zu binden.

Schwarzenberg in 10 Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

Ich hoffe, dass in 10 Jahren die „Perle“ noch immer glänzt und das Leben in den Straßen der Stadt pulsiert, denn eine Stadt lebt und überlebt nur durch deren Einwohner und Gäste .

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Jeanny S. Shop
Bahnhofstraße 11 A, 08340 Schwarzenberg
Website: www.jeannysshop.de
Facebook: www.facebook.com/JeannySShop

Schwarzenberg persönlich: Anja Lehmann, Fashion Lounge

Skandinavische Mode und Accessoires bekommt man seit nunmehr 10 Jahren in der Fashion Lounge in der Schwarzenberger Altstadt. Auf meine Fragen hat Inhaberin Anja Lehmann geantwortet. Vielen Dank dafür und alles Gute für die nächsten 10 Jahre!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Mein Name ist Anja Lehmann, ich bin 1977 in Schlema geboren und in Zwönitz aufgewachsen. Ich arbeite seit 2004 selbstständig in einer eigenen kleinen Internetagentur in Lauter-Bernsbach. Seit Januar 2007 betreibe ich außerdem das Modefachgeschäft Fashion Lounge in der Schwarzenberger Altstadt.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Ich bin beruflich nach Schwarzenberg gekommen, erst als Angestellte und später dann in Schwarzenberg als Selbstständige geblieben. Mein Lebenspartner und seine Familie stammen aus Schwarzenberg.

Ich lebe selbst nicht in Schwarzenberg, bin aber täglich durch mein Geschäft im Ort. Kaufe dort ein und erledige sämtlich Dinge, die so anfallen. Ich habe mich in den letzten 10 Jahren sehr gut hier „eingelebt“. Generell kenne ich Schwarzenberg nicht so gut wie ein Einheimischer, kann aber erkennen, dass Schwarzenberg sehr viel kulturelles Potential hat.

Ich habe hier sehr viele, nette Freunde gefunden und bedauere keinen einzigen Tag.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Das Highlight ist einfach die schöne Altstadt, nebst Schloss und Kirche mit den liebevollen und persönlichen Geschäften ist sie etwas ganz Besonderes im Erzgebirgskreis. Die weiteren Stadtgebiete entwickeln sich auch recht ordentlich, doch gibt es immer noch Potential, welches nicht ausgeschöpft ist.

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Es müssen mehr Möglichkeiten und Angebote für die jüngere Generation geschaffen werden. Stadt und Händler sind hier gefragt, die Jugend in der Stadt zu halten.

Ein Parkhaus für die Altstadt und ein Parkleitsystem können noch weitere Vorteile bringen, um das Stadtleben zu beleben und um auch gewisse Grundlagen für NEUE Geschäftsideen zu schaffen.

Ich kenne Schwarzenberg eigentlich als typische „Waschmaschinenstadt“ zu DDR-Zeiten und würde es gut finden, wenn Schwarzenberg auf diese geschichtliche Vergangenheit mehr eingehen würde.

Schwarzenberg in 10 Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

Wenn ich in 10 Jahren noch als Geschäft existiere, habe ich ein ganz persönliches Ziel erreicht. Ich hoffe mir, dass die Stadt weiterhin schöner und frischer wird, speziell außerhalb der Altstadt. Ich sehe Schwarzenberg viel bunter, als es jetzt ist. Mehr Leben, mehr Freude und mehr Leichtigkeit.

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Fashion Lounge
Eibenstocker Straße 7/9, 08340 Schwarzenberg
Website: www.fashion-lounge.net
Facebook: www.facebook.com/Fashion.Lounge.Schwarzenberg

Schwarzenberg persönlich: Ulrike Schröder-Schubert, Orthopädie-Schuhtechnik Schwarzenberg

In der Orthopädie-Schuhtechnik Schwarzenberg dreht sich alles um Füße, Beine und Schuhe, und eine Ergotherapiepraxis gibt es auch. Das vielseitige Unternehmen in der Uferstraße 4 setzt sich zudem für den Umweltschutz ein und engagiert sich sozial. Es lohnt sich, auf seiner Website vorbeizuschauen, oder gleich persönlich im Laden. Auf meine Fragen hat Geschäftsführerin Ulrike Schröder-Schubert geantwortet. Vielen Dank dafür!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Mein Name ist Ulrike Schröder-Schubert. Ich bin, zusammen mit meinem Vater Dietmar Schröder, Geschäftsführerin der Orthopädie-Schuhtechnik Schwarzenberg GmbH.
Wir sind ein familiengeführtes Handwerksunternehmen im Herzen von Schwarzenberg. Zu uns gehört unsere Filiale Schuhlounge in der Bahnhofstraße 11 in Schwarzenberg.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Ich bin 1977 in Schwarzenberg geboren und auch aufgewachsen. Meine Eltern haben mir von klein auf meine Heimatstadt sehr nahe gebracht. Wir haben ein Haus direkt im Herzen von Schwarzenberg und haben schon in meiner Kindheit viel in Schwarzenberg unternommen. Nach meiner Ausbildungszeit bin ich sehr schweren Herzens für 8 Jahre nach Tegernsee gezogen und habe da gearbeitet und gelebt. Es war eine lehrreiche Zeit. Die Wochenenden und Feiertage waren aber für Schwarzenberg bestimmt. Nach den 8 Jahren bin ich wieder ins Erzgebirge gezogen und habe 2010 eine Ergotherapiepraxis in der Orthopädie-Schuhtechnik Schwarzenberg GmbH eröffnet und 2011 die Firma übernommen. Im November 2016 bin ich zur Botschafterin des Erzgebirges von Landrat Frank Vogel ernannt worden.
Ich versuche, in meiner täglichen Arbeit die Stadt Schwarzenberg sehr zu integrieren. Bei uns enden manche Stadtführungen, wir beteiligen uns an Museumsnächten. Unsere Mitarbeiter erhalten zum Geburtstag immer etwas Typisches aus Schwarzenberg.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Es gibt so viele schöne Stellen und Orte in und um Schwarzenberg. Man könnte einfach loslaufen und würde sofort viel Schönes entdecken. Beispielsweise den Rockelmannpark, den Galgenberg, den Otten- und Totenstein.
Für mich persönlich am beeindruckendsten sind Schloss und Kirche.
Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht zu Schloss und Kirche schaue. Dieses Wahrzeichen ist essenziell für Schwarzenberg.

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Was die Stadt dringend bräuchte, ist ein wirkliches „Miteinander“ bezüglich der Gewerbetreibenden.
Ein Einkaufen untereinander, Aktionen miteinander …
Auch würde ich persönlich unser sogenanntes Hochzeitsparadies ausbauen. Eine Gastronomie im Schloss, vielleicht auch Übernachtungen im Schloss …

Schwarzenberg in 10 Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

Ich möchte mit der Orthopädie-Schuhtechnik Schwarzenberg GmbH und mit unserer Schuhlounge in 10 Jahren noch in Schwarzenberg sein. Und das wünsche ich auch allen anderen Gewerbetreibenden in Schwarzenberg.

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Orthopädie-Schuhtechnik Schwarzenberg
Uferstraße 4, 08340 Schwarzenberg
Website: www.ost-szb.de

Schuhlounge
Bahnhofstraße 11, 08340 Schwarzenberg
Website: www.schuh-lounge.de
Facebook: www.facebook.com/schuhlounge

Schwarzenberg persönlich: Homöopathin Sabine Auerswald

Schwarzenberg persoenlichWer in Schwarzenberg einen Homöopathen sucht, wird fündig – zum Beispiel in der Heinrich-Heine-Straße 10 beim Lorenz-Baumarkt. Dort praktiziert seit einigen Jahren Sabine Auerswald, die diesmal meine fünf Fragen zu „Schwarzenberg persönlich“ beantwortet hat. Vielen Dank dafür!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Mein Name ist Sabine Auerswald. Ich bin in Aue geboren und in der Nähe von Schwarzenberg aufgewachsen, bin verheiratet, habe eine Tochter und drei Enkel.

Mein beruflicher Weg ist nicht geradlinig verlaufen, vom Facharbeiter für Datenverarbeitung über Dipl. Betriebswirtin/ Wirtschaftsinformatik, Bankkauffrau bis zur Heilpraktikerin und Homöopathin. Letztendlich gibt es für mich nichts Schöneres und Erfüllenderes, als Menschen zu helfen.

Sabine Auerswald

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Mit wenigen Unterbrechungen hat mein Berufsleben in Schwarzenberg stattgefunden, was mich natürlich stark mit dieser Stadt verbindet. Bereits meine Lehre absolvierte ich hier, danach war ich insgesamt achtzehn Jahre im Rechenzentrum des Waschgerätewerkes tätig. Während meiner anschließenden Tätigkeit in einer Bank hatte ich viele Jahre in Schwarzenberg und Umgebung im Außendienst zu tun und 2005 eröffnete ich meine Praxis hier. Das heißt, ich habe bisher über dreißig Jahre „Schwarzenberger Luft“ geatmet. Es zieht mich immer wieder in diese Stadt.

Ich fühle mich hier wohl, kenne viele nette Menschen und freue mich jeden Tag auf meine Patienten.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Schwarzenberg ist eine Stadt mit Flair, Tradition und Geschichte. Die Wahrzeichen, Schloss und Kirche, sind weithin sichtbar und der Blick aus der Ferne auf die Stadt, egal aus welcher Richtung man sich nähert, gefällt mir sehr. Die schöne Altstadt mit ihren vielen kleinen Geschäften, das Eisenbahnmuseum, das Schlossmuseum sind Orte, die einen Besuch wert sind.

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Ich wünsche mir mehr Farbe, mehr blühende Pflanzen, aber auch Investoren für erhaltenswerte Gebäude (z. B. altes Postgebäude).

Es gibt einige „Hindernisse“, um in den schönsten Teil der Stadt zu kommen, die meiner Meinung nach den sonst guten Eindruck stören und nicht zur Belebung der Altstadt beitragen. Außerdem wünsche ich mir mehr kulturelle Veranstaltungen auf der Freilichtbühne.

Schwarzenberg in zehn Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

In zehn Jahren will ich immer noch in meiner Praxis arbeiten. Die Stadt ist noch schöner geworden und der öffentliche Nahverkehr ist ausgebaut. Vom Bahnhof aus gelangt man mit einem Kleinbus in die Altstadt oder in andere Stadtteile.

Sabine Auerswald: www.auerswald-praxis.de

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Die anderen Beiträge zu “Schwarzenberg persönlich” gibt es hier.

Schwarzenberg persönlich: Ute Rademann

Diesmal hat in „Schwarzenberg persönlich“ Ute Rademann das Wort. Ich bin sehr froh, dass sie und ihr Mann, Hartmut Rademann, ihre kleine, aber feine Galerie betreiben, in der nicht nur Kunst ausgestellt wird, sondern auch Konzerte, Vortragsabende und Lesungen stattfinden. Ich freue mich auf viele weitere schöne Veranstaltungen im Marktgässchen 3 in der Schwarzenberger Altstadt.

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Ein paar Worte vorweg

Als ich Ende der achtziger Jahre der Liebe wegen nach Schwarzenberg zog, fragte ich mich immer, wo hier die Menschen leben, die Kultur genießen wollen und den Wunsch haben, ins Kino zu gehen, einen Kaffee zu trinken und mit anderen zu kommunizieren.

In der Zwischenzeit hat sich ja schon viel getan und auch Galerie + Kulturladen Rademann leistet einen Beitrag zum Kulturangebot in Schwarzenberg.

Bitte erzähl etwas über dich: Wer bist du, was machst du?

Ich verlebte meine Kindheit in Thüringen und meine Jugend in Leipzig. In meinem Elternhaus wurde die Liebe zu Musik und Kultur geprägt. Beruflich ging ich aber einen anderen Weg, machte eine Ausbildung zur Büroassistentin und arbeitete in verschiedenen Bereichen: in einem Verlag, in einer Arztpraxis. Außerdem sammelte ich Erfahrungen in einem Verein, der offene Kinder- und Jugendarbeit anbot.

Jetzt habe ich ein Schreibbüro in Schwarzenberg, in dem ich u. a. die Erledigung aller Arten von Korrespondenz, Ordnungsservice und Büroorganisation anbiete.

Die Musik spielt in meinem Leben auch weiter eine große Rolle, so singe ich in der Schwarzenberger Kantorei mit und habe vor zehn Jahren angefangen, Saxophon zu spielen. In diesem Jahr habe ich eine Ausbildung zur Wechseljahresberaterin begonnen.

Welchen persönlichen Bezug hast du zu Schwarzenberg?

Mein persönlicher Bezug zu Schwarzenberg ist meine Familie, die ich hier gründete.

Seit über zwanzig Jahren lebe ich mit meinem Mann Hartmut hier und habe zwei Kinder geboren und auf ihrem Entwicklungsweg begleitet. Wir wohnen in der Altstadt von Schwarzenberg, ich finde, das schönste Wohnumfeld von Schwarzenberg.

Welche Schwarzenberger Orte magst du – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Ganz besonders mag ich die Schwarzenberger Kirche mit ihrem reinen goldenen Barock. Das Schloss mit seinem sehr schönen, kulturgeschichtlich sehr interessanten Museum und mit den tollen Sonderausstellungen begeistert mich immer wieder.

In der Natur sind es die verschiedenen Aussichtspunkte direkt in der Nähe der Stadt: der Totenstein, der Ottenstein, der Becherberg. Die verschiedenen Ansichten auf die Stadt und die malerisch schönen Punkte mag ich sehr. Leider ist kurz nach der friedlichen Revolution derselbe Fehler wie in vielen anderen ostdeutschen Städten passiert, dass nämlich zu viele große Einkaufszentren zu nah an die Stadt gebaut wurden.

Aber die Stadt hat den großen Vorteil, dass man schnell in der Natur und im Wald ist. Ich liebe den Blick vom Galgenberg oder Brückenberg auf die Stadt. Immer wieder in den verschiedenen Jahreszeiten und aus den verschiedenen Blickwinkeln.

Hast du Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Ich wünsche der Stadt und ihren Bewohnern mehr Offenheit für Kunst und andere Kulturen. Kunst ist ja immer ein kreativer Ausdruck eines Menschen. Es geht weniger um das Verstehen als um das Auf-sich-wirken-Lassen und oft auch um eine sinnliche Erfahrung. So kann ich mir vorstellen, dass die Kunstobjekte noch selbstverständlicher in der Stadt stehen und nicht zerstört werden. Ich wünsche mir, dass das Interesse an den Exponaten des Kunstpreises noch größer wird und sich auch die Kinder und Jugendlichen gerne damit auseinandersetzen.

Ich wünsche mir abgesenkte Fußsteige, damit barrierefreies Laufen für Rollstuhlfahrer, Kinder mit Dreirädern, Eltern mit Kinderwagen möglich ist.

Ich wünsche der Stadt mehr Lebendigkeit nicht nur an extra dafür geschaffenen langen Einkaufsabenden.

Meine Ideen für Schwarzenberg in zehn bis fünfzig Jahren:

Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Schienenbahn gibt, die von der Ritter-Georg-Halle über den Neustädter Hof und den Bahnhof in die Altstadt und dann eventuell über den Hofgarten wieder zurückläuft. Sie sollte die Größe einer Straßenbahn haben, ebenerdig zum bequemen Einsteigen für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer. Die Fahrzeit sollte im Minutentakt sein. Somit kann der komplette Autostraßenverkehr entlastet werden, allerdings müsste es einen großen Parkplatz am Rand der Stadt geben. Oder es gibt viele kleine Parkmöglichkeiten, sodass man das Auto jederzeit abstellen und immer zusteigen kann. Alle großen Einkaufsmärkte liegen außerhalb der Stadt und es gibt kleine gemütliche Cafés und Läden. Mit dieser Bahn wären dann auch die Aussichtspunkte im Grünen und der Park zu erreichen.

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Vielen Dank fürs Antworten, und hier sind noch zwei Links zum Weiterlesen und Weitergucken:

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Die anderen Beiträge zu „Schwarzenberg persönlich“ gibt es hier.

Schwarzenberg persönlich: Brigitte von „Belangloses am Blog“

Seit März 2009 gibt es das Schwarzenberg-Blog schon (oh, ich hab den dritten Bloggeburtstag verpasst, der war am 2. März …) – aber erst im letzten Jahr, 2011, habe ich Brigitte gefunden. Beziehungsweise, eigentlich war es andersrum: Brigitte hat das Schwarzenberg-Blog gefunden und bei mir kommentiert. Und dann habe ich natürlich den Link zu ihrer Website angeklickt und landete auf „Belangloses am Blog“. Dort schaue ich mittlerweile so gut wie jeden Tag vorbei. Es ist ein Fotoblog, doch zu den Fotos gibt es immer mal mehr, mal weniger Text. Und oft sind es Fotos von Schwarzenberg, was ich natürlich sehr spannend finde! Diesmal hat Brigitte mir meine Fragen zu „Schwarzenberg persönlich“ beantwortet – vielen Dank. :)

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Bitte erzähl etwas über dich: Wer bist du, was machst du?

Ich bin eigentlich ein Urschwarzenberger, in Schwarzenberg geboren worden, und heute nach über achtundfünfzig Jahren immer noch da, mit einer kurzen Studienunterbrechung in Chemnitz. Lehrer für Physik und Mathematik bin ich geworden, die verhasstesten Fächer, die viele wohl kennen. Aber mir hat es Spaß gemacht. Ich mag es realistisch, geradlinig und abrechenbar. Nach mehreren Schulschließungen bin ich heute in der Mittelschule in Hartenstein gelandet, fühle mich wohl dort und werde wohl bis zur Rente auch dort bleiben. Und ich mache meinen Job auch heute noch gern.

Während meiner ersten Krebserkrankung 1998 hatte ich eigentlich keine Zeit krank zu sein, schließlich war da ein achtjähriger Sohn. Und so legte ich mir meine erste Digitalkamera zu und einen Laptop, von beidem hatte ich keine Ahnung, habe mich in der vielen freien Zeit, die ich hatte, an alles im Do-it-yourself herangetastet. Es war meine Therapie, die mir sehr gut tat.

Vor zwei Jahren hat es mich wieder erwischt, diesmal arg erwischt, und wieder half mir die Kamera. Kein Krankenhausaufenthalt, keine Reha, kein Tag ohne Kamera und Läppi. Seit dem Sommer letzten Jahres arbeite ich wieder. Ich brauch das alles, bin ein Herdentier. ;)

Welchen persönlichen Bezug hast du zu Schwarzenberg?

Oh, dieser Bezug ist sehr groß. Besonders gern denke ich an die Kindheit zurück. Da gibt es viele schöne Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. Dinge waren möglich, die wohl heute nicht mehr so einfach machbar wären. Ich habe in der Altstadt, meine Freunde auch, gewohnt und sie war unser Spielplatz. Verstecken spielen bis in die Hinterhäuser der Oberen Schlossstraße, in die Vorstadt und hinter dem Altar der Kirche *hüstel*. Wurden wir erwischt, gab’s den erhobenen Zeigefinger vom Pfarrer oder Küster, der uns kleinlaut werden ließ, aber es gab nicht gleich den Holzhammer, wie das heute oft Usus ist.

Auch heute noch möchte ich hier nicht weg.

Welche Schwarzenberger Orte magst du – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Nach wie vor mag ich die Altstadt. Schade, dass sie so wenig belebt ist, es sei denn die parkenden Autos. Gern bin ich im Oswaldtal, auf dem Ottenstein. Oftmals bin ich auch in der Ritter-Georg-Halle zu finden, um dem Enkelkind beim Training zuzusehen oder Fotos für den SAV zu schießen, und neuerdings auch im Sonnenbad.

Und ein richtiger Wohlfühlort ist das Piano und der Drachen.

Hast du Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Wünsche gäbe es da schon reichlich, nicht alle sind machbar. Ein kleines Stück von dem Flair de 60er, das ich als Kind genießen konnte.

Und noch etwas: Schwarzenberg ist in den letzten Jahren schöner, repräsentativer geworden. Der neue Kreisverkehr ist eine wirkliche Bereicherung geworden. Keine Staus mehr, gut anzusehen ist er auch. Aber: Was nützen das Grün und die sauberen Straßen, wenn es mittendrin einen Schandfleck gibt: das total verdreckte Viadukt. Die Bahn hat es im Laufe der Baumaßnahmen nicht auf die Reihe bekommen, diese Brücke wenigstens etwas zu säubern, und wenn es einfach mal ein Sandstrahlen gewesen wäre. Das Gleiche gilt für den Bahnhof. Er ist wunderschön geworden, ebenso der Busbahnhof. Nur das verfallene Bahnhofsgebäude bietet für Touristen nicht gerade einen guten Anblick. Natürlich liegt das an den Finanzen, ist mir klar. Trotzdem sollte man sich da einmal Gedanken machen, schließlich zahlen wir ja genug.

Das Viadukt, wie es nach wie vor aussieht, das Foto ist natürlich von Brigitte.

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Alle Links auf einen Blick: