Bald gibt es keine Hebammen mehr?!

Hebammen betreuen die Schwangere bis zur Geburt. Sie begleiten die Geburt zu Hause, im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Nach der Geburt betreuen sie Mutter und Säugling weiter, im Wochenbett und darüber hinaus.

Hebammen sind per Gesetz dazu verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzu­schließen. Diese Haftplichtprämie wird immer teurer, sodass viele Hebammen aufgeben mussten bzw. müssen. Und 2015 will der letzte Versicherer aussteigen. Dann könnte keine Hebamme mehr ihren Beruf ausüben.

CDU, SPD und Co. dürfen das nicht (mehr) igno­rieren. Die Politiker müssen handeln. Und wir müssen zeigen, dass uns das nicht egal ist.

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# Lesen: Hebamme, ein ausster­bender Beruf
# Unterschreiben: Petition an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: www.change.org

Schauspielhaus Chemnitz

Chemnitz ist nicht weit weg: Mit dem Auto braucht man eine halbe bis Dreiviertelstunde von Schwarzenberg aus. Eine Entfernung, die man in Leipzig, Dresden, Berlin usw. (in größeren Städten halt) auch schnell hat, wenn man inner­halb der Stadt von A nach B will. Also eigent­lich nichts. Sodass man sagen könnte, wir haben ein Theater quasi nebenan: das in bzw. von Chemnitz. Opernhaus und Schauspielhaus, zwei große Bühnen und ein paar kleine, was will man mehr?

Letztens war ich (mal wieder) im Schauspielhaus, gespielt wurde auf der großen Bühne. Ich saß in Reihe 16, ganz außen, konnte jedoch alles bestens sehen. Denn die Reihen sind nicht auf einer Ebene, sondern abfal­lend von hinten oben nach vorn unten. Sehr schön, das, denn wer hat sich noch nicht geär­gert über den Riesen vor einem oder die Frau, die ausge­rechnet für den Opernbesuch ihre Haare auftürmen musste … Meine Karte hatte 10 Euro gekostet, nicht mehr als Kino am Wochenende. Dafür Schauspieler aus Fleisch und Blut, eine gute Story, ein fanta­sie­volles Bühnenbild, fast zwei Stunden, die sehr schnell vergingen – kann ich nur empfehlen. Einfach mal auf der Website vorbei­schauen, ob einem was zusagt, und dann ab nach Chemnitz!

www.theater-chemnitz.de

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Schauspiel Chemnitz – Parkplätze gibt es in der näheren Umgebung genug, auch Parkhäuser.

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Das Schauspielhaus ist nicht wirk­lich schön anzu­sehen von außen, aber es kommt ja auf die inneren Werte an.

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Litfaßsäule mit Theaterprogramm

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Eingang Schauspielhaus Chemnitz

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Das Foyer: Rechts ist die Garderobe, links sind ein paar Tische, dazwi­schen die Theke – ein Deckenfoto, da unten alles voller Menschen war.

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Hier gibt’s in der Pause was zu trinken und zu essen

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Und schließ­lich die große Bühne: Der Saal ist voll, der rote Vorhang noch geschlossen – gleich geht’s los!

Zwischen Oberbecken und Ephraimhaus

Um das Oberbecken herum kann man gut wandern und spazieren, zum Beispiel Richtung Ephraimhaus (Bauernweg 18, 08340 Schwarzenberg/Pöhla). Als ich da neulich unter­wegs war, schien die Sonne. Die war aller­dings im Wald kaum zu sehen, die Bäume sind zu hoch und stehen zu dicht … Aber schön war’s doch.

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Springbrunnen à la Wald

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Baum wie aus dem Märchenwald

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Lieber nicht hoch­klet­tern, oder?

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Ephraimhaus, der Tresen. Erstaunlich, wie viele Tische und Menschen in die winzige Gaststube passen.

Stolpersteine in Aue

Seit dem 6. Dezember 2013 gibt es auch in Aue Stolpersteine. Gunter Demnig, Initiator des Stolperstein-Projekts, mit dem an Menschen erin­nert werden soll, die in der NS-Zeit verfolgt oder ermordet wurden, hat an der Schwarzenberger Straße 1 in den Fußweg fünf Steine eingelassen.

Für David Thorn, geboren 1865, ermordet 1938 in Buchenwald.
Für Rosette Thorn, gebo­rene Rosenthal, geboren 1867, depor­tiert 1942, ermordet in Treblinka.
Für Max Schüftan, geboren 1894, depor­tiert 1943, ermordet in Auschwitz.
Für Betty Schüftan, gebo­rene Thorn, geboren 1897, depor­tiert 1943, ermordet in Auschwitz.
Für Hertha Kreinberg, gebo­rene Thorn, geboren 1902, depor­tiert 1942, Schicksal unbekannt.

Oben auf den Steinen steht „Hier wohnte“. Denn die Steine sind nicht will­kür­lich gesetzt, sondern in den Straßen, vor den Häusern, in denen die verfolgten oder ermor­deten Frauen, Männer und Kinder zuletzt wohnten bzw. „vor ihrem letzten selbst­ge­wählten Wohnort“, wie es auf der Stolpersteine-Website zu lesen ist.

www.stolpersteine.eu

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Die fünf Stolpersteine in der Schwarzenberger Straße 1 in Aue

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Gastgedicht von Petra Richter: „Schorschs Zeit der Träume“

Im Advent gibt es wieder ein Gedicht von Petra Richter. Vielen Dank. :)

(Und ihre anderen Gedichte und Texte finden sich hier: klick.)

Schorschs Zeit der Träume

Der Schorsch hat sich noch nicht gerührt.
Ob er das Kommen des Winters nicht spürt?
Der wagte im Oktober schon einen Vorstoß.
Der Himmel war bedeckt, trüb und freudlos.

So hab ich Schorsch im Dezember geweckt.
Gähnend hat er seine Glieder gestreckt.
Doch einige Zeit verstreicht,
ehe er mir seine Leiter reicht.

Dann steigt er ohne Pardon
aus seinem Schlafkarton.
Und schon hör ich seine verrückten Ideen
zu mir herüberwehn.

Einiges haben wir ja schon durchgemacht,
haben gestritten und gelacht.
Er räus­pert sich und setzt zum Reden an –
mein einfalls­rei­cher Räuchermann.

Er erzählt von einem leckeren Menü,
dazwi­schen eine Tierrevue.
Die Darbietungen sind atem­rau­bend und riskant –
das Licht ist weih­nacht­lich und fulminant.

Interessant ist da eine Parodie
auf Zirkuswelt und Clownerie.
Verträumt schaut Schorsch in den Flur
und spricht von einer Pferdedressur. Weiterlesen