Perla Castrum in Schwarzenberg

Anfang dieser Woche fiel mir vor der Touristinformation am Oberen Tor in der Altstadt ein neuer Aufsteller bzw. ein neues Plakat auf: „Perla Castrum – Eröffnung am 6. Dezember 2014“ stand darauf.

Das Museum Schloss Schwarzenberg wird seit geraumer Zeit umge­baut, und die Ausstellung wurde eben­falls über­ar­beitet. Am 6. Dezember ist die Neueröffnung.

Seit dem 30. September heißt das Museum nun nicht mehr „Museum Schloss Schwarzenberg“, sondern „Perla Castrum“.

Klingt ja nach Latein. Castrum ist tatsäch­lich latei­nisch und bedeutet Befestigung, Fort, Burg. Schloss heißt claus­trum. Klingt nicht so schön wie castrum. Perla ist nicht latei­nisch. Sondern italie­nisch, und da bedeutet es Perle. Castrum gibt es aber auch im Italienischen. Also ein Schlossmuseum im Erzgebirge mit einem italie­ni­schen Namen, über­setzt: Perle Burg.

So richtig geht es mir ja nicht in den Kopf, warum über­haupt ein neuer Name hermusste. Schloss Schwarzenberg klingt doch gut? Und wofür steht Perla Castrum eigent­lich – für das Museum, die Ausstellung? Für das ganze Schloss?

Der Name wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gesucht und gefunden. Mal sehen, ob in zehn Jahren noch jemand danach kräht oder ob alle weiter nur von Schloss Schwarzenberg und seinem Museum reden. Gespannt bin ich jeden­falls auf die neue Ausstellung – denn darauf kommt es ja an, und nicht auf irgend­welche schrägen Namen.

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Machs gut, August

September. Jetzt könnte der Altweibersommer kommen. Die Bäume sind noch nicht bunt (oh je, dass das schon wieder unmit­telbar bevor­steht …), aber das Wetter, tja, das ist recht herbst­lich. Hier noch mal blauer Himmel, schöne Wolken und viel Grün, Fotos vom letzten Augustwochenende.

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Marktgässchen Schwarzenberg

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Marktgässchen, hinterm Torbogen

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Häuser an der Oberen Schloßstraße

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Blick vom Steinweg auf Schloss und Kirche

Schloss Schwarzenberg von unten

Na ja, um Schloss Schwarzenberg von oben zu sehen, bräuchte man einen Hubschrauber. Schloss Schwarzenberg „von unten“ heißt hier: vom Hammerparkplatz und von der Karlsbader Straße aus foto­gra­fiert. An einem richtig schönen Tag im Juli.

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Schloss Schwarzenberg vom Hammerparkplatz aus, im Bild auch die Schrägaufzugschneise.

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Das Schloss von der Karlsbader Straße aus

Museum Schloss Schwarzenberg: „Wir bauen für Sie um!“

Das Museum Schloss Schwarzenberg ist noch bis November wegen Umbauarbeiten geschlossen. Darauf weist auch der Infoaufsteller der Stadt am Fuße des Bahnhofsbergs hin. Dort, wo über das Schloss infor­miert wird, klebt ein Zettel, der mit „Wir bauen für Sie um!“ über­schrieben ist.

„Wir bauen für Sie um“ liest man ja in letzter Zeit ständig, außerdem: „Wir sind für Sie da“, „Top-Angebot für Sie“ usw., immer schön den Kunden direkt anspre­chen, persön­lich sein. Je öfter ich das sehe, desto nerviger finde ich es. Müssen die das jetzt alle so schreiben? Scheint anste­ckend zu sein. Dabei ist es einfach nur Quatsch.

Denn für mich baut niemand das Schlossmuseum um, mich hat niemand vorher gefragt, wie ich mir die zukünf­tige Ausstellung vorstelle. „Wir sind für Sie da“ wird zum Witz, wenn Verkäuferinnen und Verkäufer den Kunden behan­deln, als störe er. Und das „Top-Angebot für Sie“, also für mich, ist gern schon ausver­kauft, wenn ich nach der Arbeit im Discounter danach schaue.

Vielleicht sollte man mal auf das „für Sie“ pochen und Mitsprache, Kundenfreundlichkeit und „Top-Angebote“ einfor­dern und sich beschweren, wenn es die nicht gibt. Wer ist dabei?

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Infoaufsteller am Fuße des Bahnhofsbergs

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„Wir bauen für Sie um!“