Gastbeitrag: Wie klingt Schwarzenberg?

Das Schwarzenberg-Blog wird von einer Bloggerin gepflegt – ich veröf­fent­liche aber auch sehr gern Gastbeiträge, die das Ganze schließ­lich noch bunter machen.

Heute schreibt Frank Müller aus Chemnitz für das Schwarzenberg-Blog, vielen Dank für Deinen Beitrag! Los gehts:

Der Klang von Schwarzenberg

Verkehrslärm, Rattern von Einkaufskörben, Zwitschern von Vögeln oder das Rauschen eines Flusses (um nur einige Beispiele zu nennen): jede Stadt klingt gleich. Dennoch hat jeder Ort einen eigenen, spezi­ellen Sound, so auch meine Heimatstadt Schwarzenberg.

Überlege ich, was ihren Klang ausmacht, fallen mir Dinge ein wie das Fauchen des „Drachens“ beim Altstadtfest, die Glocken der St. Georgen Kirche, oder in der Weihnachtszeit die Kraußpyramide. Natürlich auch der Dialekt, der aller­dings für die ganze Region typisch ist.

Für meinen Gastbeitrag habe ich eine kurze Klangpostkarte von Schwarzenberg zusam­men­ge­stellt. Ihr könnt sie hier anhören – bitte klicken:

Klangpostkarte Schwarzenberg

Die Aufnahme ist natür­lich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem großen Klangspektrum unserer Stadt. Daher die Frage an Euch: Was ist für Euch der typi­sche Klang von Schwarzenberg?

Mehr Infos über mein Klangprojekt (mit aktu­ellen Klangbildern aus Schwarzenberg) findet Ihr unter www.klangpinnwand.de Über einen Besuch würde ich mich freuen.

Käte Schreier las in Schwarzenberg aus ihrem Buch „Zeitzeugen. Geschichte in Geschichten“

Käte Schreier wohnt in Raschau, und sie hat ein Buch geschrieben. Das Buch heißt „Zeitzeugen. Geschichte in Geschichten“ – sie stellte es am Donnerstag, den 27. Januar 2011, in der Schwarzenberger Stadtbibliothek vor. Im Publikum saßen an dem Abend zum großen Teil Frauen und Männer in den Siebzigern, es haben um die 15 bis 20 Leute den Weg in die Bibliothek gefunden, die Leiterin der Bibliothek, Cornelia Krätzschmar, hatte sich mehr erhofft.

Käte Schreier liest etwa eine Stunde aus dem Buch vor, sie hat auch ein paar alte Familienfotos mitge­bracht – und Briefe von Zuschussverlagen, die darauf brannten, ihr Buch zu veröf­fent­li­chen – nach Zahlung von 8000 Euro aufwärts. Die Autorin hatte Glück, eine Freundin warnte sie vor den Zuschussverlagen. Diese Verlage nehmen viel Geld dafür, dass sie Bücher drucken, nicht mehr. Und sie nehmen JEDES Buch, auch wenn ihre Bescheide anders klingen. Richtige Verlage bezahlen die Autoren für das Buch, nicht umge­kehrt. Aber das nur nebenbei. (Zum Thema Zuschussverlag gibt es hier Informationen: Link.)

Die Raschauerin brachte also ihr Buch bei Books on Demand heraus. 2009 hatte sie mit dem Schreiben begonnen, 2010 war es dann fertig. Das Publikum am Donnerstagabend ist sehr inter­es­siert. Für die meisten ist Krieg kein leeres Wort, sie haben ihn selbst erlebt. In „Zeitzeugen“ erzählt Käte Schreier die Geschichte ihrer Dresdner Familie in den 1930er und 1940er Jahren. Großfamilie, Söhne, die für den Kaiser „auf dem Feld der Ehre“ gefallen sind, Dresden in Trümmern, sowje­ti­sche Soldaten, die Gulasch an die Deutschen verteilen – in einfa­chen, tref­fenden Worten hat die Autorin ihre Erinnerungen und Erzählungen ihrer Familie festgehalten.

Mit dem Buch will Käte Schreier nicht nur ihre Familiengeschichte, die Geschichte „einfa­cher Leute“ fest­halten, sondern sie hat auch etwas „für die Jugend“ geschrieben, gegen das Vergessen. Dem Buch ist zu wünschen, dass es viele Leser findet. Auch und vor allem junge Leser.

Pah, wie idyllisch! Winterfotos vom Galgenberg

Am Samstag hatten wir hier nahezu den perfekten Wintertag – würde ich sagen. Sonne, blauer Himmel, dennoch kühl, der Schnee wie Pulver, glit­zernd im Licht. Kein Wunder, dass da herr­liche Fotos entstehen …

„Tschechen und Deutsche – nebenan im Erzgebirge“

Annekathrin Giegengacks Grünes Bürgerbüro in Schwarzenberg lädt am Samstag, den 5. Februar 2011, zur ersten Veranstaltung 2011 ein.

Ab 18.30 Uhr wird der tsche­chi­sche Historiker und Autor Petr Mikšiček seine Bücher vorstellen und Fragen über das Neben- oder Miteinander im deutsch-tsche­chi­schen Grenzraum beant­worten – bezie­hungs­weise auch selbst Fragen stellen, denn er wird keinen Vortrag halten, sondern freut sich auf ein Gespräch mit seinem Publikum.

Mikšiček ist Mitglied des Vereins „Antikomplex“, der sich von tsche­chi­scher Seite für den Abbau von Vorurteilen und Ressentiments in beiden Völkern einsetzt.

Wann und wo:
Sonnabend, 05. Februar 2011, 18.30 Uhr
Grünes Bürgerbüro in Schwarzenberg, Markt 14

Schwarzenberg im Januar

Schwarzenberg im Januar: die Schneemassen sind wegge­taut, es hat wieder ein wenig geschneit. Jetzt ist alles gepu­dert, aber man muss nicht schippen bis zum Umfallen – eigent­lich genau richtig.

Die Krauß-Pyramide ist wieder verdeckt. In ein paar Monaten kommt viel­leicht eine Sommervariante.

Der Untere Markt ohne Weihnachtsmarktbuden. Sie standen bis lange in den Dezember hinein dort und waren voll­kommen eingeschneit.

Der Marktplatz ohne Weihnachtsbaum. Anfang Januar gab es ein Schild „Baumfällarbeiten am sound­so­vielten“. Ein Baum, der zweimal gefällt wird, nicht schlecht.