Indian Summer in Schwarzenberg

Bei „Indian Summer“ haben viele ein ganz bestimmtes Bild vor Augen: strahlend blauer Himmel und Herbstbäume in Wahnsinnsfarben. Der Indian Summer wird oft mit Nordamerika bzw. Kanada verbunden, aber Schwarzenberg kann das auch.

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Bahnhofsberg, Totenstein

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Schlosswald

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Unten fließt die Mittweida.

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Vor einer Woche waren die Schlosswald-Bäume in erster Linie noch grün und gelb. Zum Vergleich: klick.

Kreisverkehr von oben

Vom Totenstein aus sieht man ganz gut die Karlsbader Straße und den Kreisverkehr bei der Egermannbrücke – und mit Zoom auch die Kugel bzw. Riesenperle im Kreisverkehr, außerdem die Autos, die gerade dort fahren.

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Links der Totenstein, in der Mitte die Karlsbader Straße, rechts der Ottenstein

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Die Kreuzung Karlsbader Straße / Egermannbrücke herangezoomt

Felssicherungsarbeiten am Totenstein

Am Dienstag nach Pfingsten fiel mir am Bahnhofsberg, auf dem Grünstreifen unterhalb des Totensteins, ein Bauzaun auf, und ich rätselte herum, was der bedeuten mochte: Felssicherung, Baumfällung, Roundup? Für Felssicherung sprachen schon mal die farbigen Punkte am Fels.

Am nächsten Tag sah ich dann Männer am Totenstein herumklettern. Also: Felssicherung. Mittlerweile sind die Arbeiten beendet, der Zaun ist wieder weg. Ein paar Steine sind runtergefallen, gut, dass sie das „kontrolliert“ getan haben. War also quasi ein später Frühjahrsputz für den Totenstein.

Felssicherung Totenstein

Ab dem 26. Mai: Zaun am Totenstein

Felssicherung

Männer mit Helmen an Seilen am Totenstein

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Am 2. Juni war der Zaun wieder weg.

Gastbeitrag: Der Herr der Wetterpilze

Vor einer Weile bekam ich eine Mail von Klaus-Heinz Herda aus Köln. Ich kannte ihn bis dato nicht, fand aber sehr spannend, was er schrieb: Er hatte im Schwarzenberg-Blog ein Foto vom Aussichtspilz am Totenstein gefunden und fragte, ob er es für seine Wetterpilz-Website verwenden könne. Ein Mann also, der Wetterpilze „sammelt“, diese Gebilde aus Stein oder Holz, die logischerweise in ihrem Aufbau an Pilze erinnern, mit Stiel und Kappe. Der Schwarzenberger Wetterpilz ist nun auch auf Klaus-Heinz Herdas Website, und ich wollte natürlich wissen, wie man zu einem solchen Hobby kommt. Dazu hat Klaus-Heinz Herda einen Gastbeitrag fürs Blog geschrieben und drei Fotos zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür!

Klaus-Heinz Herda: Eine Website über Wetterpilze

2004 fielen mir erstmals merkwürdige Betonunterstände in Kölner Parkanlagen auf. Einige Jahre später, als ich – mittlerweile gelangweilt von immer den gleichen Wegen – beschloss, meine Trainingsläufe auf mir damals noch unbekannte Kölner Grünanlagen auszudehnen, entdeckte ich dort noch weitere „Betonpilze“. In der Annahme, die Stadtverwaltung wisse weitere Standorte dieser merkwürdigen aber faszinierenden Objekte, war ich erstaunt, dass man dort sehr wenig über sie zu berichten wusste – und so begann ich, die Grünanlagen systematisch zu durchsuchen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Nachdem 2012 die Seite www.Wetterpilze.de mit rund 30 Kölner Wetterpilzen online gegangen ist, kamen auch aus anderen Regionen immer mehr Meldungen über ähnliche Bauten, so dass mittlerweile fast 500 Wetterpilze – auch über die Grenzen Deutschlands hinaus – dokumentiert werden konnten.

Doch es geht nicht nur ums Sammeln, sondern auch um Kunst, Geschichte und den Austausch mit Menschen aller Länder und Kulturen und was sonst so rund um Wetterpilze passiert. Im Laufe der Zeit haben sich einige Hundert Menschen angesprochen gefühlt, ihr Augenmerk auf den Pilz zu richten. Alles, angefangen von naturphilosophischen Betrachtungen, obskuren Texten, über romantische Gedichte, dunkle Naturdeutungen bis hin zu Projekten wie der Pilzmusik oder der realen Gestaltung neuer Wetterpilze, findet auf der Seite der „Freunde des Wetterpilzes“ seinen Platz und wird von allen gestaltet, die sich von den magischen Riesenpilzen angezogen fühlen.

Zu meinen Lieblings-Wetterpilzen gehört der legendäre „Carl Stahl-Urach“-Pilz in Berlin-Frohnau:0_t

Er ist der wohl Wuchtigste seiner Zunft und hat auch eine interessante Geschichte. Denn sein Erschaffer Carl Stahl-Urach war ein berühmter Architekt und unter anderem für seine Bauten in Dr.-Marbuse-Filmen von Fritz Lang bekannt und hatte 1926 in Babelsberg das damals größte Filmatelier Europas konstruiert.

… oder von gänzlich anderem Stil der Wetterpilz auf dem Herkulesberg in Köln:

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Dieser Pilz befindet sich auf dem Herkulesberg, einem der elf in Köln nach dem Zweiten Weltkrieg aus den zerstörten Resten der alten Stadt aufgebauten Berge. Er ist wahrscheinlich Ende der 60er Jahre errichtet worden und hat sich trotz oder vielleicht wegen seiner mitgenommenen äußeren Erscheinung als Highlight für alternative Touristen, Künstler und sonstige schräge Vögel etabliert.

Hier ist noch ein Foto, das mich „bei der Arbeit“ zeigt:

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Das Aufnehmen von Videos und das akkurate Ausmessen eines Wetterpilzes ist genauso wichtig wie der Test, was er so alles aushalten kann. Doch solange sich kein reicher Mäzen findet, der die Kunst des Wetterpilzes unterstützt, werde ich wohl noch eine Weile mein Geld mit „ehrlicher Arbeit“ in einer normalen beruflichen Tätigkeit verdienen müssen. Und das ist die EDV, zu der ich nach dem Studium der Chemie vor circa fünfzehn Jahren gewechselt bin.

Generell ist es immer ein bisschen wie Weihnachten, wenn – wie hier in Schwarzenberg – ein neuer bzw. mir noch unbekannter Wetterpilz entdeckt wird. Man möchte dann am liebsten gleich selber hingehen, sich unter ihn stellen, die Augen schließen und ihm einfach zuhören – denn jede Pilzform hat ihre eigene Akustik. Danach möchte man die Augen öffnen und die Heimat des neuen Wetterpilzes erkunden – aber Schwarzenberg und Köln sind nun leider dann doch etwas zu weit voneinander entfernt, um mal eben vorbeizukommen.

www.wetterpilze.de
Der Schwarzenberger Aussichtspilz auf der Wetterpilz-Website: klick

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Wer kennt weitere Wetterpilze in Schwarzenberg und Umgebung? Und wer weiß, seit wann es den Pilz im Totenstein gibt und wer ihn warum gebaut hat? Bitte einfach unter diesem Artikel kommentieren oder eine Mail an mich schreiben.

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Der Aussichts- bzw. Wetterpilz am Steinweg im Totensteinpark