Gastbeitrag: Zachary Cale und Phil Glauberzon mit „Blue Rider“ in Schwarzenberg

((Tja, und dann hab ich es doch verpasst, obwohl ich das Konzert angekündigt und immer mal dran gedacht hatte: Zachary Cale und Phil Glauberzon spielten am 1. Mai in der Galerie Rademann, und ich war nicht dabei. Deswegen muss aber niemand auf einen Bericht und auf Fotos verzichten, Marcus Obst, der das Konzert organisiert hat, hat fürs Schwarzenberg-Blog was geschrieben, danke dafür!))

(mo) Manchmal werden in Schwarzenberg nach 8 Uhr die Bürgersteige noch einmal heruntergeklappt und versteckt im Marktgässchen, in der Galerie Rademann, füllt sich der Ausstellungsraum mit Musik und Menschen. Eingeladen werden Musiker, die keine Baumarten im Namen tragen und meist von etwas weiter her kommen. Das ist kein Konzept, sondern hat sich so ergeben.

Am 1. Mai spielte Zachary Cale aus Brooklyn, NY zum zweiten Mal in der Galerie Rademann. Das erste Mal, 2012, solo und diesmal mit seinem Bandkollegen Phil Glauberzon am Keyboard. Auch wenn sie sich am Anfang einer Europa-Tour durch Deutschland, Belgien, Frankreich, Portugal und Spanien befanden und noch 37 Auftritte vor sich hatten, war es glaub ich eine nette Abwechslung, in einer verschlafenen Kleinstadt mit aufmerksamen Zuhörern zu spielen, und mal nicht in einer lauten Bar in einer hippen Großstadt.

Junge Männer mit Akustikgitarren, die von verlorener Liebe oder innerer Unruhe erzählen, wird es immer geben und das wird auch nie alt. Zachary Cales Musik steht in der Tradition der amerikanischen Singer-Songwriter wie Towns Van Zandt, Leonard Cohen oder auch Bob Dylan, trotzdem macht er sein eigenes Ding und erfindet sich auf jedem seiner mittlerweile 4 Alben neu.

Das letzte Album, „Blue Rider“, ist eine Referenz zur Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und mit dieser Platte hat Zachary Cale auch endlich mal die verdiente Aufmerksamkeit der größeren (amerikanischen) Musikpresse bekommen. Schwarzenberg kann sich also schon etwas geehrt fühlen, das Gleiche gilt auch für die vergangenen Konzerte mit Daniel Bachman, Ryley Walker und William Tyler.

Gegen 8 Uhr war der Galerieraum voll mit interessierten und wie sich herausstellte auch begeisterten Zuhörern. Phil Glauberzon begann mit 3 eigenen Stücken, bevor sich Zachary Cale durch sein Programm klampfte. Verglichen mit seinem ersten Auftritt bereicherte Phil Glauberzon Cales Fingerpicking-Gitarrenstyle ungemein. Es war ein super Abend, auch dank der Hilfe vom Musikhaus Phillip und Roland Hempel (technische Unterstützung) und natürlich Ute und Hartmut Rademann.

Das nächste Konzert könnte im Juli sein, ist aber noch unbestätigt. Arborea aus Portland, Main spielen verzaubernden Psych Folk.
Bestätigt hingegen ist die wundervolle Allysen Callery, die im Oktober zusammen mit Ryan Lee Crosby durch Europa tourt. Wem bei Joan Baez die Glocken läuten oder wer den letzen Coen-Film, Inside Llewyn Davis, mochte oder einfach nur Lust auf Musik hat und hinterher sein Englisch bei einem Gespräch mit den Künstlern auffrischen möchte, der sollte sich den 16. Oktober vormerken, Allysen Callery auf Facebook folgen oder tragt euch in den Newsletter der Galerie Rademann ein.

Noch eine Anekdote am Rande. Die Konzertreihe in der Galerie Rademann hat 2011 mit einem Auftritt von William Tyler aus Nashville, Tennessee ihren Anfang gefunden. Tyler war damals schon etwas bekannter (heute umso mehr), da er bei Indiegrößen wie Yo La Tengo Gitarre spielte. Er war die letzten 12 Monate auf Tour durch Europa und Amerika und ich habe ihn im April in Atlanta getroffen. Dort erzählte er dem Publikum die Geschichte, wie er nach Schwarzenberg kam, dass sie am Vorabend in Berlin überfallen wurden und sein Tourkollege im Krankenhaus landete und dass keiner in Berlin je von Schwarzenberg, wo er am nächsten Tag spielen sollte, gehört hatte. Den Rest kann man hier nachsehen und hören: klick.

Marcus Obst, Dying For Bad Music (Bericht und Fotos)

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Phil Glauberzon und Zachary Cale am 1. Mai 2014 in der Galerie Rademann in Schwarzenberg

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