Wir sind viel im Wald unterwegs. Es ist ewig her, dass wir zuletzt Rehe gesehen haben. Und ja, vor einigen Jahren war das noch anders.
Vom Sachsenforst hört man immer, es sei zu viel Wild im Wald. Man müsse Wild reduzieren, also abschießen, um die Bäume zu schützen.
Wenn man sich in den Wäldern hier umschaut, müssen die Bäume und das Wild vielleicht eher vor dem Sachsenforst geschützt werden?
Der Verein Wildtierschutz Deutschland e. V. hat eine Petition gestartet. Sie richtet sich an Georg-Ludwig von Breitenbuch, den Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft. Ihm ist der Staatsbetrieb Sachsenforst unterstellt.
Die Petiton fordert, dass der Staatsbetrieb Sachsenforst im Winter keine Drückjagden mehr durchführen soll.
Aus der Begründung:
„Seit Jahren erreichen uns Informationen und Beschwerden, sowohl seitens der privaten Jägerschaft als auch insbesondere in den Forstbezirken des Landkreises Erzgebirge und Vogtland von den dort lebenden Menschen darüber, dass sich Forstamtsleiter über die im Bundesjagdgesetz formulierte Weidgerechtigkeit hinwegsetzen. Weidgerechtigkeit ist die Voraussetzung für eine legale Jagdausübung.
So werden seitens der zuständigen Forstbezirksleiter seit Jahren im Hochwinter bei Schneelage im Erzgebirgskreis und im Vogtland keine Notzeiten ausgerufen. Die Tiere hungern aufgrund der Jahreszeit und der Schneelage.
Im Forstbezirk Marienberg und allen anderen Forstbezirken im Erzgebirge werden nach der Wintersonnenwende noch zahlreiche Drückjagden durch den Staatsbetrieb Sachsenforst mit teilweise weit über 100 Jagdausübungsberechtigten, Treibern und hochläufigen (!) Hunden veranstaltet.
Die Jagd auf wiederkäuendes Schalenwild während der Winterruhe ist mit den Grundsätzen deutscher Weidgerechtigkeit nicht vereinbar. Dies hat insbesondere für die unter Ihrer Verantwortung durchgeführten Bewegungsjagden in den Wintermonaten zu gelten, die dem Wild ein erhebliches Maß an Kraft- und Energieaufwand abverlangen. Die anatomischen und physiologischen Anpassungen des Wildes während der nahrungsarmen Winterzeit führen zu einer erheblichen Einschränkung ihrer Fluchtmöglichkeiten. Zugleich verlangt die Bejagung im Rahmen von Bewegungsjagden den Tieren einen für sie unmöglichen Kraftaufwand ab. Totale Erschöpfung und das Versagen jeglicher Körperfunktionen können die Folge sein.“
-> Zur Petition geht es hier: https://www.wildtierschutz-deutschland.de/petition-sachsenforst
-> Kritischer Artikel zum Thema Drückjagd: https://www.peta.de/themen/treibjagd-drueckjagd
(Das Foto ist vom 31. Dezember 2025)
