Gastgedicht: „Flockenlocken“ von Petra Richter

Zum 2. Advent kommt heute ein neues Gedicht von Petra Richter aus Ostritz. Danke dafür und mal sehen, ob es wirkt …

Flockenlocken

Schnell wie der Blitz,
Schaut man auf einmal dem Advent ins Antlitz.
Ist die Deko auch schnell gewählt,
Gibt es da etwas, was fehlt.

Es sind die schönen weißen Flocken,
Wie kann man sie bloß locken?
Ob es reicht
Wenn man zwei Jahre vergleicht?

War man vor zwölf Monaten im Schneechaos versunken,
Wird man heut vom Sonnenschein betrunken.
Im Dämmerlicht gibt’s noch nen Glühwein dazu,
Das ist der hiesige Advent – juchu.

Letztes Jahr zur selben Zeit war er tabu,
Der ungefütterte Schuh.
Niemand derzeit friert,
Wenn er im Frühlingswind darin herumspaziert.

Damals hörte man die Kälte knacken,
Man kam nach Haus mit roten Backen.
Hat die derzeit jemand,
Denkt man, er hat Sonnenbrand.

Doch das ist es nicht, was wir wollen,
Zu Mandelduft und Stollen.
Ach ihr Flöckchen, kommt doch her,
Wir vermissen euch zu sehr.

Auf allerhöchsten Dringlichkeitsstufen,
Werdet ihr hiermit herbeigerufen.
Nichts will ich jemals mehr an euch bemängeln,
Oder euch hier drängeln.

Denn zu guter Letzt,
Sei noch dieses nachgesetzt:
Nichts bringt das ungeduldigste Warten,
Das Studieren der Wetterkarten.

Die Kristalle kommen leise,
Auf ihre eigne Art und Weise.
Gelassenheit und Toleranz,
Bringt irgendwann ihren sanften Tanz.

Klug ist heuer und gescheit,
Wer sich annimmt dieser Friedfertigkeit.
Bringen sie einem jeden Augenblicke voller Glanz,
Wenn sie dann schneien in heimlicher Brillanz.