Tag des offenen Denkmals: Besichtigung des Eiskellers

Am heutigen Sonntag ist Tag des offenen Denkmals, aus dem Anlass bot die Stadt zwei Führungen an. 10 Uhr ging es ins denkmalgeschützte Haus am Markt 13, 14 Uhr gab es eine Stadtführung mit Besichtigung des Eiskellers in der alten Schneeberger Straße.

Treffpunkt der 14-Uhr-Führung war die Stadtinformation, viele Interessierte hatten sich eingefunden. Kein Problem, denn im Eiskeller ist genug Platz, seine Grundfläche beträgt immerhin 280 Quadratmeter.

Um 1800 wurde der Eiskeller erbaut, genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Er ist nicht etwa in Fels gehauen, sondern besteht aus Bruchsteinmauern. Bis 1935 wurden im Eiskeller Bier und andere Lebensmittel gelagert, das Eis stammte aus dem Bräuerteich beim Rockelmannpark. 1936 wurde ein Haus auf den Eiskeller gebaut, das Garage, Waschsalon, Weltladen war, eine abwechslungsreiche Geschichte auf jeden Fall. Dieses Haus wurde 2013 abgerissen. Dann wurde die Außenmauer des Eiskellers saniert und die Fläche oben umgestaltet. Der Eisturm ging früher zwischen zwei Garagen regelrecht unter, jetzt steht er allein und man kann durch eine Scheibe runter in den Keller schauen.

Im Eiskeller ist es relativ kühl, auch ohne Eis, ca. 8 bis 10 °C. Gerade heute bei Außentemperaturen um die 28 °C ein ganz schöner Kontrast. Drinnen ist es düster und muffig, die Luftfeuchtigkeit liegt bei ca. 80 Prozent, aber der Boden ist relativ trocken. An einer Stelle wachsen kurioserweise Pilze, nicht am Boden, sondern an der Decke.

Normalerweise ist der alte Eiskeller nicht zugänglich, doch man kann zum einen durch den Eisturm runterschauen und zum andern gibt es zwei Erklärtafeln mit Fotos, eine bei der unteren Tür an der Schneeberger Straße und eine oben beim Eisturm. Da kann man also auch einfach mal so hinspazieren.

  • 9. August 2016: „Neue Erklärtafeln am Eiskeller und Licht im Eisturm“ -> Artikel lesen
  • 6. Dezember 2015: „Neues vom alten Eiskeller“ -> Artikel lesen
  • 7. November 2015: „Bauarbeiten am Eiskeller“ -> Artikel lesen
  • 21. September 2015: „Neue Türen für den Eiskeller“ -> Artikel lesen
  • 2. September 2014: „Beim alten Eiskeller wird gebaut“ -> Artikel lesen
  • 26. August 2013: „Eiskeller in Schutt und Asche“ -> Artikel lesen
  • 19. August 2013: „Der alte Eiskeller wird jetzt abgerissen“ -> Artikel lesen
  • 13. Juni 2013: „Die Tage des Eiskellers sind gezählt“ -> Artikel lesen
  • 6. Januar 2011: „Der alte Eiskeller in Schwarzenberg“ -> Artikel lesen

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Treffpunkt Stadtinformation

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Eiskeller in der alten Schneeberger Straße

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Eisturm

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Pilze wachsen an der Decke

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Über dem Eiskeller, Öffnung des Eisturms

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Bienen retten in Schwarzenberg: 4 Fragen an den Stadtförster

Bienen gibt es schon ewig auf der Erde, seit mehr als 100 Millionen Jahren! Wichtig  sind sie nicht in erster Linie wegen des Honigs, sondern weil sie Nutz- wie Wildpflanzen bestäuben. In letzter Zeit ist öfter zu lesen, dass die Bienen bedroht sind. Warum ist das so und was können wir für die Bienen tun?

Dazu habe ich dem Forstrevierleiter bzw. Stadtförster der Stadt Schwarzenberg, Christian Arnold, vier Fragen gestellt.

Warum sind Bienen so wichtig?

Bienen erbringen eine nicht technisch oder manuell realisierbare Bestäubungsleistung und sichern dadurch Ernteerträge und damit Nahrungsgrundlage, aber auch Reproduktion von (Wild-)Pflanzen und damit Arterhaltung. Außerdem stellen zumindest einige Arten wichtige Glieder der Nahrungskette dar und sichern durch ihre Existenz das Überleben der auf sie spezialisierten Prädatoren.

Warum geht es den Bienen schlecht?

Zum einen wirkt die leider in großem Umfang eingesetzte Agrochemie, also die diversen Spritzmittel, negativ auf die Organismen, nicht mal unbedingt durch direkte Vergiftung durch Insektizide, aber durch die „Nebenwirkungen“ anderer Wirkstoffe. Besonders gefährlich sind große Rapsschläge, welche schon aufgrund der Blütenfarbe die Bienen anlocken, sodass diese dafür andere „kleinere“ Nahrungsquellen ignorieren: So gibt es Rapssorten, vor allem Hybridsorten, deren Pollen als Bienennahrung nicht verträglich ist, und bei der leider häufig tagsüber praktizierten Blütenspritzung sind die Insekten auf Nahrungssuche direkt den Wirkstoffen in der Spritzbrühe ausgesetzt.

Zum anderen folgt einem Ernährungshoch im Spätfrühling und Frühsommer ein tiefes Hungerloch, wo nicht mehr genügend Nahrung (Nektar, Pollen, etc.) zur Verfügung steht. Dies betrifft, so verrückt das klingt, jedoch eher den ländlichen Raum.
Das „Stadtimkern“ ist vor allem deshalb in den letzten Jahren in Mode gekommen, weil dort auf Balkonen, in Kübeln und Rabatten immer Blühpflanzen stehen, die als Wechselbepflanzung mehrfach im Jahr getauscht werden.

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Was macht Schwarzenberg für die Bienen?

In den öffentlichen Grünanlagen werden keinerlei Spritzmittel mehr eingesetzt!

Wichtiger ist jedoch das Sichern eines Nahrungsangebotes die ganze Saison über durch gezieltes Etablieren entsprechender Bienenfutterpflanzen, also verschiedener Blühpflanzen und Nährgehölze.

Konkrete Projekte dafür sind:

  • Anlage eines gestuften Waldrandes mit vielen verschiedenen Straucharten bei einer Erstaufforstung 2012 Nähe Weiße Frau an Straße Richtung Jägerhaus
  • Aussaat der Blühmischung „Veitshöchheimer Bienenweide“ auf der Leitungstrasse Vorderhenneberg 2012
  • Anlage Wildrosenhecke an Fußweg in Erla 2013
  • Anlage eines Waldrandes mit vielen verschiedenen Straucharten bei Wiederaufforstung 2013 am Galgenberg
  • nach Umgestaltung des Bräuerteiches ansäen einer Dauerblühmischung an der Längsseite zum Kratzbeersteig hin
  • verschiedene Baum- und Strauchpflanzungen geeigneter Arten – neben nektarreichen Blüten vor allem die sehr wichtige Sommertracht der Linden

Neue Projekte:

  • nach bereits erfolgter Strauchpflanzung Ansaat der Blühmischung „Veitshöchheimer Bienenweide“ auf dem Gelände der ehemaligen Kläranlage Hofgarten
  • Anlage eines gestuften Waldrandes mit vielen verschiedenen Straucharten bei Erstaufforstung am Lehnberg zum „Tag des Waldes“ am 21. März 2016
  • weitere Baum- und Strauchpflanzung

Was kann jeder Schwarzenberger für die Bienen machen?

Jeder kann in seinem Garten ein Fleckchen Erde – es reichen wirklich wenige Quadratmeter – zur Etablierung einer ganzjährigen Blühmischung zur Verfügung stellen.

Auch kann man problemlos Unterschlupfe und Überwinterungsmöglichkeiten schaffen, Stichwort Insektenhotel, nur nicht unbedingt die billigen Discountermodelle.

Das belebt den Garten, man hat was zum Beobachten und die Blühmischung ist auch ein echtes Gestaltungselement. Wer mehr Platz zur Verfügung hat, sollte geeignete Nährgehölze pflanzen. Dabei denken viele zuerst an Vögel (Stichwort Vogelschutzhecke), man kann dies aber auch gezielt für Insekten anlegen. Auch diese Gehölze können gut als Gestaltungselemente dienen.

Das Wichtigste ist der Verzicht auf Spritzmittel im privaten Bereich. Es gibt dazu folgenden bösen Spruch: „Der Kleingärtner verwendet stets das falsche Mittel in der falschen Dosierung zum falschen Zeitpunkt gegen den falschen Schädling.“ Durch Unwissenheit wird letztendlich mehr ökologischer Schaden angerichtet als wirklich Nutzen erzielt.

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Anmerkung: Mit „Bienen“ sind hier nicht nur die Honigbienen gemeint, sondern sie stehen als Sammelbegriff für alle Bienenarten (Wildbienen, Hummel etc.) und für weitere betroffene Hautflügler. Von Blühmischungen profitieren auch die Schmetterlinge, die ebenfalls stark bedroht sind aufgrund des Rückgangs an Nahrungsangebot.

  • Bienenfreundliche Pflanzen für Balkon und Garten: www.bmel.de (Pflanzenlexikon, eine Übersicht, sehr informativ! PDF-Datei)
  • Wie Waldbesitzer der Honigbiene helfen können: www.waldwissen.net
  • Bienenpatenschaften: www.mellifera.de
  • Greenpeace-Kampagne „Rettet die Bienen“: www.greenpeace.de
  • „Das große  Bienenvölkersterben – was haben Pestizide damit zu tun?“ www.bund.net
  • „Honig vom Balkon“, Gut gemacht statt gut gemeint“, „Reiche Ernte“: www.nabu.de

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