Schwarzenberg persönlich: Brigitte von „Belangloses am Blog“

Seit März 2009 gibt es das Schwarzenberg-Blog schon (oh, ich hab den dritten Bloggeburtstag verpasst, der war am 2. März …) – aber erst im letzten Jahr, 2011, habe ich Brigitte gefunden. Beziehungsweise, eigentlich war es andersrum: Brigitte hat das Schwarzenberg-Blog gefunden und bei mir kommentiert. Und dann habe ich natürlich den Link zu ihrer Website angeklickt und landete auf „Belangloses am Blog“. Dort schaue ich mittlerweile so gut wie jeden Tag vorbei. Es ist ein Fotoblog, doch zu den Fotos gibt es immer mal mehr, mal weniger Text. Und oft sind es Fotos von Schwarzenberg, was ich natürlich sehr spannend finde! Diesmal hat Brigitte mir meine Fragen zu „Schwarzenberg persönlich“ beantwortet – vielen Dank. :)

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Bitte erzähl etwas über dich: Wer bist du, was machst du?

Ich bin eigentlich ein Urschwarzenberger, in Schwarzenberg geboren worden, und heute nach über achtundfünfzig Jahren immer noch da, mit einer kurzen Studienunterbrechung in Chemnitz. Lehrer für Physik und Mathematik bin ich geworden, die verhasstesten Fächer, die viele wohl kennen. Aber mir hat es Spaß gemacht. Ich mag es realistisch, geradlinig und abrechenbar. Nach mehreren Schulschließungen bin ich heute in der Mittelschule in Hartenstein gelandet, fühle mich wohl dort und werde wohl bis zur Rente auch dort bleiben. Und ich mache meinen Job auch heute noch gern.

Während meiner ersten Krebserkrankung 1998 hatte ich eigentlich keine Zeit krank zu sein, schließlich war da ein achtjähriger Sohn. Und so legte ich mir meine erste Digitalkamera zu und einen Laptop, von beidem hatte ich keine Ahnung, habe mich in der vielen freien Zeit, die ich hatte, an alles im Do-it-yourself herangetastet. Es war meine Therapie, die mir sehr gut tat.

Vor zwei Jahren hat es mich wieder erwischt, diesmal arg erwischt, und wieder half mir die Kamera. Kein Krankenhausaufenthalt, keine Reha, kein Tag ohne Kamera und Läppi. Seit dem Sommer letzten Jahres arbeite ich wieder. Ich brauch das alles, bin ein Herdentier. ;)

Welchen persönlichen Bezug hast du zu Schwarzenberg?

Oh, dieser Bezug ist sehr groß. Besonders gern denke ich an die Kindheit zurück. Da gibt es viele schöne Erinnerungen, die ich nicht missen möchte. Dinge waren möglich, die wohl heute nicht mehr so einfach machbar wären. Ich habe in der Altstadt, meine Freunde auch, gewohnt und sie war unser Spielplatz. Verstecken spielen bis in die Hinterhäuser der Oberen Schlossstraße, in die Vorstadt und hinter dem Altar der Kirche *hüstel*. Wurden wir erwischt, gab’s den erhobenen Zeigefinger vom Pfarrer oder Küster, der uns kleinlaut werden ließ, aber es gab nicht gleich den Holzhammer, wie das heute oft Usus ist.

Auch heute noch möchte ich hier nicht weg.

Welche Schwarzenberger Orte magst du – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Nach wie vor mag ich die Altstadt. Schade, dass sie so wenig belebt ist, es sei denn die parkenden Autos. Gern bin ich im Oswaldtal, auf dem Ottenstein. Oftmals bin ich auch in der Ritter-Georg-Halle zu finden, um dem Enkelkind beim Training zuzusehen oder Fotos für den SAV zu schießen, und neuerdings auch im Sonnenbad.

Und ein richtiger Wohlfühlort ist das Piano und der Drachen.

Hast du Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Wünsche gäbe es da schon reichlich, nicht alle sind machbar. Ein kleines Stück von dem Flair de 60er, das ich als Kind genießen konnte.

Und noch etwas: Schwarzenberg ist in den letzten Jahren schöner, repräsentativer geworden. Der neue Kreisverkehr ist eine wirkliche Bereicherung geworden. Keine Staus mehr, gut anzusehen ist er auch. Aber: Was nützen das Grün und die sauberen Straßen, wenn es mittendrin einen Schandfleck gibt: das total verdreckte Viadukt. Die Bahn hat es im Laufe der Baumaßnahmen nicht auf die Reihe bekommen, diese Brücke wenigstens etwas zu säubern, und wenn es einfach mal ein Sandstrahlen gewesen wäre. Das Gleiche gilt für den Bahnhof. Er ist wunderschön geworden, ebenso der Busbahnhof. Nur das verfallene Bahnhofsgebäude bietet für Touristen nicht gerade einen guten Anblick. Natürlich liegt das an den Finanzen, ist mir klar. Trotzdem sollte man sich da einmal Gedanken machen, schließlich zahlen wir ja genug.

Das Viadukt, wie es nach wie vor aussieht, das Foto ist natürlich von Brigitte.

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Alle Links auf einen Blick:

Schwarzenberg persönlich: Ulrike Kahl vom Grünen Bürgerbüro

Seit 2009 haben die GRÜNEN in der Schwarzenberger Altstadt ein Bürgerbüro. An drei Tagen in der Woche ist dort Ulrike Kahl anzutreffen, die für die Landtagsabgeordnete Annekathrin Giegengack arbeitet und sozusagen eine Anlaufstelle für Fragen, Probleme, aber auch Anregungen nicht nur der Schwarzenberger ist. Im Bürgerbüro finden außerdem regelmäßig Veranstaltungen statt: Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionsrunden … Ulrike Kahl hat mir meine Fragen zu Schwarzenberg persönlich beantwortet, vielen Dank! Und ich hoffe, Ihre Vorstellungen von Schwarzenberg in zehn Jahren werden Wirklichkeit …

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Ich bin gebürtige Schwarzenbergerin, wie man zu sagen pflegt, wohne aber sieben Kilometer das Schwarzwassertal hinauf, in Antonsthal. Dort habe ich vor über dreißig Jahren eine Familie gegründet und meine vier – nun erwachsenen –  Söhne großgezogen.
Ich gehöre zu den erzgebirgischen GRÜNEN und leite seit über zwei Jahren das Regionalbüro der Chemnitzer Landtagsabgeordneten Annekathrin Giegengack, das sich am Markt 14 in Schwarzenberg befindet.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Schwarzenberg ist meine Heimat, in der ich meine Kindheit und Jugend verbrachte, hier bin ich zur Schule gegangen, hier habe ich in der Kurrende und später im Kirchenchor gesungen, hier leben noch heute meine Eltern und viele meiner Freunde.
Durch die Fenster meiner Arbeitsstätte bekomme ich den „Wochentagstrubel“ (der leider kein richtiger ist) in der Altstadt mit, viele Schwarzenberger Bürger kommen mit ihren Anliegen, die Stadt betreffend, in mein Büro.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen?

Ich liebe den Blick von außerhalb, oben vom Galgenberg herab auf die verschachtelten Häuser der Altstadt. Aber ebenso fasziniert mich der Blick aus den Fenstern des historischen Schlossgemäuers hinüber zu Ottenstein oder nach Crandorf.
Ich mag das Museum mit seiner gut dokumentierten Geschichte der erzgebirgischen Zinn- und Eisenverarbeitung ebenso wie die St. Georgenkirche in ihrem hellen, freundlichen Licht und der freitragenden Holzdecke, in welcher ich konfirmiert und getraut wurde.

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Ich möchte, dass Schwarzenberg liebenswürdig bleibt und lebendiger wird, dass die Altstadt pulsiert, dass hübsche Läden und Boutiquen, Cafés, Restaurants und lauschige Örtchen Einheimische wie Touristen zum längeren Verweilen im Stadtzentrum einladen.
Ich wünsche mir einen Wochenmarkt, wie ich ihn aus vielen Kleinstädten Süddeutschlands kenne, mit Direktvermarktern aus der Region, die frisches Obst, Gemüse, Blumen, Eier, Backwaren, Bioprodukte, regionale Spezialitäten und, und, und … anbieten.

Foto von Ulrike Kahl: So sah der Schwarzenberger Wochenmarkt an einem Mittwoch im Februar aus.

Schwarzenberg in zehn Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

Die „Perle des Erzgebirges“ wird schimmern, ihr Umland grünen. Im öffentlichen Personennahverkehr in und um Schwarzenberg wurden durch kurze Taktzeiten und erschwingliche Fahrpreise Angebote geschaffen, die den Bürgern echte Alternativen zur Automobilität bieten. Daher belästigt uns kein großer Straßenlärm mehr, wir atmen wieder frischere Erzgebirgsluft und haben das weitere Zubetonieren der Landschaft verhindert.
Das historische Gebäude der „Herrenmühle“ wurde von einem neuen Investor denkmalgerecht saniert. Es befindet sich darin ein Mühlenmuseum, eine historische Backstube und ein gemütliches Café.

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Grünes Bürgerbüro Erzgebirge

Schwarzenberg persönlich: Thriller-Autorin Claudia Puhlfürst

Einmal im Jahr geht es im Schloss Schwarzenberg mörderisch spannend und vielleicht auch leicht gruselig zu: dann, wenn die Autorinnen und Autoren von Mord-Ost zur Kriminacht laden. Die Kriminacht ist der Höhepunkt der Ostdeutschen Krimitage, die in diesem Jahr vom 17. April bis zum 16. Juni stattfinden – mit Lesungen, Ausstellungen, Wettbewerben und mehr. Die Drahtzieherin (bisschen Krimisprech muss sein!) hinter dem Ganzen ist Claudia Puhlfürst, Thriller-Autorin und Redakteurin. Sie beantwortet mir diesmal meine Fragen zu „Schwarzenberg persönlich“. Vielen Dank und auf eine mörderisch gute Kriminacht 2012!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Ich bin Claudia Puhlfürst, eine Thriller-Autorin aus Zwickau. Derzeit sind von mir sieben Thriller/Krimis erschienen – der achte erscheint im Juni –  zwei Bücher mit authentischen Fällen, dazu fünf Anthologien mit kriminellen Kurzgeschichten, die ich herausgegeben habe, ein Chemielexikon (Basiswissen Chemie) und zwei kleine Biologie und Chemie-Nachschlagewerke für Schüler, sowie ein Schreibratgeber bei Duden.

Die Schwarzenberger kennen mich vielleicht – ich organisiere die Ostdeutschen Krimitage, die 2012 bereits zum siebten Mal stattfinden. „Kriminell organisiert“ bin ich im SYNDIKAT – der Autorenvereinigung deutschsprachiger Schriftsteller und bei den Mörderischen Schwestern, außerdem arbeite ich im Vorstand des Vereins für mitteldeutsche Literatur „FürWort“ … uiuiui ich merke grade, das ist ja ganz schön viel Verschiedenes…

Ich habe auch noch einen Hauptberuf, arbeite bei einem Schulbuchverlag.

Welchen persönlichen Bezug haben Sie zu Schwarzenberg?

Natürlich habe ich Stefan Heym gelesen. Aber ich fühle mich auch ein bisschen als Erzgebirger – das hat Wurzeln in der Kindheit. Schwarzenberg und die Schwarzenberger faszinieren mich schon lange, vor allem die „Freie Republik“ – wie mutig und wie wegweisend!

Hinzu kommt, dass ich Ralf Alex Fichtner, ein Schwarzenberger Urgestein, gut kenne und schätze. Wir absolvieren gemeinsame Lesungen, er zeichnet die Gäste, ich lese ihnen gruselige Dinge vor. So bin ich ab und an in Schwarzenberg, natürlich auch in Vorbereitung der Krimitage.

Selbstverständlich sind wir auch 2012 wieder hier zu Gast – am 16. Juni. Die „Lange Kriminacht“ im Schloss ist unsere Abschlussveranstaltung der Krimitage (mehr hier: www.mord-ost.de) und mittlerweile schon ein schöne Tradition geworden.

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Die Altstadt mit dem Schloss natürlich. Die Orte, die RAF, Ralf Alex Fichtner, in seinen Geschichten verewigt hat. Die schönste Open-Air-Bühne in Deutschland. Das Schwarzenberger Edelweiß. Oh – und es gibt einen „Totenstein“!

Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Macht weiter so!

Schwarzenberg in 100 Jahren – wie stellen Sie sich das vor?

In 100 Jahren: Schwarzenberg – die Freie Republik im Erzgebirge.

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Schwarzenberg persönlich: Frank Müller, Fotograf

Viele gehen weg aus Schwarzenberg, nach der Schule, nach der Ausbildung, weil sie studieren wollen, hier keine Arbeit finden – oder weil sie einfach etwas von der Welt sehen wollen. Einer von denen, die weggingen, ist Frank Müller. Er lebt in Chemnitz und arbeitet als Fotograf. Das Foto in diesem Artikel hat er selbst gemacht. Vielen Dank für deine Antworten, Frank!

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Bitte erzähl etwas über dich: Wer bist du, was machst du?

Ich arbeite und lebe seit 2003 in Chemnitz. Ich habe mein Hobby „Fotografieren“ zum Beruf gemacht und seitdem fotografiere ich alles Mögliche: von Produktfotos, über Portraits bis hin zu Hochzeiten. Neben den eher klassischen Fotos beschäftige ich mich seit 2011 auch verstärkt mit der künstlerischen Fotografie. Aber nicht nur das Auge, sondern auch das Ohr spielt bei mir eine wichtige Rolle: Ich mag Field Recording. Das bedeutet, ich nehme Klänge von Orten oder von Gegenständen auf, um sie dann mit meinen Fotografien zu verbinden.

Welchen persönlichen Bezug hast du zu Schwarzenberg?

Schwarzenberg ist meine erste Heimat. Hier habe ich die ersten zwanzig Jahre meines Lebens verbracht, bis ich nach Chemnitz gegangen bin. Der Schritt tat mir gut und ich war froh, aus Schwarzenberg wegzuziehen. Auch jetzt würde ich nicht mehr dort wohnen wollen. Chemnitz ist mein Zuhause. Allerdings bin ich regelmäßig wieder in meiner alten Heimat, um vor allem meine Familie zu besuchen. Auch habe ich ein Stück Schwarzenberg jeden Tag vor Augen: z.B. als Wandbild oder als Schattenriss in einem Leuchter. Kleinigkeiten, die mich an die alte Heimat erinnern.

Welche Schwarzenberger Orte magst du – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …?

Neben der Altstadt und dem Museum im Schloss finde ich vor allem den Schlosswald im Herbst schön. Auch der Ausblick vom Galgenberg auf die Altstadt ist durchaus cool.

Hast du Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Ich würde mir wünschen, dass sich Schwarzenberg Gedanken macht, wie es bekannter wird. Der Tag der Sachsen 2013 ist eine gute Chance, sich zu präsentieren. Die Stadt sollte auch bei Twitter und Co. mehr vertreten sein. Ein moderneres Stadtmarketing wäre wünschenswert.

Eine wichtige Frage, die sich die Stadt generell stellen muss, ist: Was macht sie einzigartig und wie kann sie damit Leute anziehen bzw. für sie attraktiv werden? Vielleicht gibt es ja mehr als nur das Altstadtfest oder den Weihnachtsmarkt?! Veranstaltungen wie z.B. die art-figura im letzten Jahr finde ich persönlich viel spannender. Davon bitte mehr.

Außerdem habe ich den Wunsch (und den beziehe ich nicht nur auf Schwarzenberg), dass es immer genug Leute gibt, die sich mit ihrer Stadt auseinandersetzen. Also „etwas machen“ wollen, nur aus dem Antrieb heraus, weil es ihnen Spaß macht – zum Beispiel einen Blog schreiben. ;-)

Schwarzenberg in 50 Jahren – wie stellst du dir das vor?

In 50 Jahren: Nachdem ich hoffentlich ganz viel von der Welt gesehen habe, wohne ich wieder in meiner ersten Heimat. Die Stadt ist bis dahin bunter und offener geworden. Vielleicht.

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Frank Müller im Netz:

private Foto-Website: www.tibro-foto.de
Klangfoto-Website: www.klangpinnwand.de
berufliche Website: www.imagesache.de

Schwarzenberg persönlich: Petra Richter aus der Oberlausitz

Man muss nicht in Schwarzenberg leben oder gelebt haben, um eine Meinung über die Stadt und einen engen Bezug zu ihr zu haben – diesmal beantwortet Petra Richter, die gern und immer wieder als Gast nach Schwarzenberg kommt, meine Fragen zu „Schwarzenberg persönlich“. Herzlichen Dank und auf viele weitere schöne Tage in Schwarzenberg!

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Bitte erzählen Sie etwas über sich: Wer sind Sie, was machen Sie?

Man könnte sagen, ich bin Dauergast in Schwarzenberg … ;-) Mein Name ist Petra Richter, bin 37 Jahre alt, arbeite als betriebswirtschaftliche Assistentin und komme aus der Oberlausitz. Ich habe mich sozusagen bei meinem ersten Besuch in Schwarzenberg in die „Perle des Erzgebirges“ und das GEBIRG verliebt …

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie “Schwarzenberg” hören oder lesen?

An die wunderschönen Ausblicke auf’s Schloss Schwarzenberg, die man von verschiedenen Punkten der Stadt hat … Daran, dass ich den Alltag völlig hinter mir lassen kann, wenn ich zu Besuch bin … An eine Stadt, in der sich nach meinem Empfinden in den letzten 4 Jahren sehr viel bewegt hat …

Welche Schwarzenberger Orte mögen Sie?

Am liebsten mag ich einen Spaziergang. Erst die Bahnhofstraße hinauf, dann einen Rundgang durch die schöne Altstadt, um dann auf den Lehrpfad „Unbesetzte Zone“ abzuschwenken. Das ist toll.

Was sollte man auf keinen Fall verpassen, wenn man in Schwarzenberg ist?

Ich komme sehr gerne nach Schwarzenberg, wenn hier gefeiert wird – sei es die Oldienacht, Feste zur Freien Republik Schwarzenberg oder das Edelweißfest. Einen besonderen Reiz hat auch die Kriminacht auf dem Schloss. Ein jährliches Muss ist für mich auch der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt. Dessen Atmosphäre erlebt man nirgends anderswo. Am meisten liebe ich es aber, wenn ich mich zwischen 10 und 14 Tagen in Schwarzenberg einquartieren kann, um im Rahmen der Wanderwochen „echt erzgebirge“ die Gegend zu erkunden. Man denkt, irgendwann hat man die Grenze erreicht, wo es nichts mehr zu entdecken gibt. Nicht so hier … Schwarzenberg in all seiner Vielfalt übt eine derartige Faszination auf mich aus, dass ich sie gar nicht beschreiben kann. Für mich ganz allein ist so ein Bild-Gedichtband über Schwarzenberg entstanden … Aus jeder der 5 Jahreszeiten gibt es einen Erlebnisbericht.

Was gefällt Ihnen an Schwarzenberg, was nicht? Haben Sie Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Mein Wunsch für die Zukunft wäre, dass das Engagement der Menschen, die sich jetzt für all die schönen Dinge in der Stadt einsetzen, erhalten bleibt. Dass es jedes Jahr wieder Attraktionen und schöne Feste für Jung und Alt gibt, man sich für die Belebung der Schwarzenberger Altstadt einsetzt. Schön wäre es nach meinem Empfinden, wenn es im Sommer auf der Waldbühne vielleicht ab und zu ein Sommertheater oder etwas Ähnliches gäbe …

Schwarzenberg persönlich: Journalist und Autor Mario Ulbrich

Diesmal beantwortet ein Mann des geschriebenen Wortes meine fünf Fragen: Mario Ulbrich, Journalist und Autor. Ein Foto von ihm gibt es nicht, dafür ganz unten drei Links, die zu Seiten führen, auf denen sich ein Foto verstecken könnte – und auf jeden Fall Informationen über Mario Ulbrichs Bücher zu finden sind: Krimis und ein noch ziemlich frisches Werk über die Schatzsucherei im Poppenwald.

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Bitte erzähl etwas über dich: Wer bist du, was machst du?

Ich bin ein zugereister Erzgebirger, stamme aus Zwickau und wohne heute in Grünhain, habe aber von 1975 an 20 Jahre in Schwarzenberg gelebt. Ich arbeite als Redakteur bei der Freien Presse, habe aber auch schon drei Romane, viele Kurzgeschichten und ein Sachbuch über die Schatzsuche im Westerzgebirge, speziell im Poppenwald bei Wildbach, verfasst.

Welchen persönlichen Bezug hast du zu Schwarzenberg?

Als ich 1975 mit meinen Eltern nach Schwarzenberg ziehen musste, geschah das nur unter Protest. In meiner neuen Schulklasse in Schwarzenberg-West fand ich aber ein so interessiertes Publikum für meine ersten Geschichten, dass ich meinem Hobby treu geblieben bin. Wenn Ninskie, Lehmi, Rappsack (sie wissen, wer gemeint ist) und einige andere nicht gewesen wären, würde ich mir meine Brötchen heute vermutlich nicht mit der Schreiberei verdienen.

Welche Schwarzenberger Orte magst du – egal ob Kultur, Natur, Einkaufen …

Die Altstadt finde ich toll, und den langen „Schlauch“ in der Bücherwelt am Bahnhof, wo das ganze antiquarische Zeugs herumsteht. Nicht zu vergessen: Der Schwarzenberger Weihnachtsmarkt ist der beste von allen.

Hast du Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Wie wär’s mit fünf weiteren Kreisverkehren? Nein, ganz im Ernst, da fällt mir spontan nichts Vernünftiges ein. Ich bin ganz zufrieden mit dem heutigen Schwarzenberg, und die Kreisverkehre funktionieren ja auch prima, wenngleich sie anfangs gewöhnungsbedürftig waren.

Schwarzenberg in 10 Jahren – wie stellst du dir das vor?

Da gibt es hoffentlich keinen Schnee mehr. Ich weiß, der Weihnachtsmarkt wird dann nicht mehr so romantisch sein, aber ich werde oben auf dem Berg in Grünhain auch nicht mehr so viel schippen müssen.

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Vielen Dank fürs Antworten! Und hier kommen die versprochenen Links:

Chemnitzer Verlag

Alle Artikel der Rubrik „Schwarzenberg persönlich“: www.schwarzenberg-blog.de

Schwarzenberg persönlich: Vokalensemble HarmoNovus

Frederik Haarig (1. Tenor), Martin Ackermann (2. Tenor), Christian Herrmann (Bass, Klavier) und Michael Schultz (Bariton) sind das Vokalensemble HarmoNovus. Die ersten Auftritte hatte HarmoNovus im Sommer 2003 – Lieder der zwanziger und dreißiger Jahre singen sie nach wie vor, und das erfolgreich! Auf unsere Fragen hat Frederik Haarig geantwortet:

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1. Bitte erzähl etwas über euch: Wer seid ihr, was macht ihr?

Wir sind echte Schwarzenberger und singen seit 2003 für unser Leben gern „die Musik der 20er und 30er Jahre“. Dabei präsentieren wir uns im Stile der Comedian Harmonists – schwarzer Anzug, weißes Hemd und Fliege fehlen selbstverständlich bei keinem Konzert. Die Liebe zu einer fast schon vergessenen Musik verbindet uns Vier und geht mit dem Wunsch einher, unseren Zuhörern diese Musik auf eine besondere Art und Weise zu vermitteln. Neben den Klassikern der ersten deutschen „Boygroup“ bringen wir ebenso Eigenarrangements zum Ausdruck. Mit ausgewählten Requisiten sowie schauspielerischen Einlagen versuchen wir, unseren Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und sie humorvoll zu unterhalten.

2. Woran denkt ihr zuerst, wenn ihr „Schwarzenberg“ hört oder lest?

Schwarzenberg ist die wahre Perle des Erzgebirges, und das Besondere an dieser Stadt liegt in ihrer Vielfalt. Inspirierende Natur, imposante Architektur, kulturelle Highlights und den Blick fürs wundervoll kleine Detail – in Schwarzenberg kann man vieles entdecken, aber auch erleben – und immer, wenn wir „Schwarzenberg“ hören, erinnern wir uns an die vielen schönen Auftritte zum Schwarzenberger Altstadt- und Edelweißfest, auf der Waldbühne, im Bertolt-Brecht-Gymnasium zum Frauentag oder im Festsaal zu Schloss Schwarzenberg. Wir lassen uns immer wieder gern von Schwarzenberg anziehen, und genießen die vielen unterschiedlichen „Perlen“, die es zu erfahren gibt.

3. Welche Schwarzenberger Orte mögt ihr?

Es gibt verschiedene tolle Orte in Schwarzenberg. Wir lieben Schwarzenbergs Altstadt, insbesondere die Verbindung von Markt, Schloss Schwarzenberg und St. Georgen Kirche über die Schlossstraßen. Ich glaube, ein derartiges historisches Ensemble bietet keine andere Stadt im Erzgebirge. Es ist wundervoll, sich auf das Schloss hin zu begeben und die vielen tollen Details der einzelnen Häuser und Gassen bewundern zu können. Zudem ist Schloss Schwarzenberg selbst zu nennen, viele unserer Auftritte fanden im oder am Schloss statt, und ein jedes Mal überrascht uns aufs Neue die wunderschöne Silhouette von Schloss und Kirche. Vor allem zur Weihnachtszeit ist dies ein Ort, an dem man Kraft tanken kann.

4. Was sollte man auf keinen Fall verpassen, wenn man in Schwarzenberg ist?

Ein Muss stellt unserer Ansicht nach das Schwarzenberger Altstadt- und Edelweißfest dar, kulturelle Vielfalt trifft auf kulinarische Genüsse und eine ganz besondere Atmosphäre erstreckt sich über die Stadt Schwarzenberg. Es wird gefeiert, es wird gelacht und ein Jeder sitzt beieinander. Dieses Wochenende ist Erlebnis pur, und gerade, wenn wir selbst zu diesem Höhepunkt des Jahres auftreten dürfen, spüren wir noch viel stärker, wie schön es doch ist, sich in unserer Stadt aufhalten und sie als Ganzes erleben zu können.

5. Was gefällt euch an Schwarzenberg, was nicht? Habt ihr Ideen, Wünsche, Vorstellungen für die Stadt?

Schwarzenberg kann sich sehen lassen, und unser Wunsch wäre, dass es weiterhin so kulturell vielfältig und belebend zugeht, wie sich Schwarzenberg bereits jetzt präsentiert. Wir werden als Ensemble immer wieder den Weg nach Schwarzenberg finden, da wir uns mit dieser Stadt identifizieren und sie im Gesamten schätzen. Zudem wünschen wir uns, dass unsere nächsten Konzerte in Schwarzenberg auch wieder ausverkauft sein werden. :-)

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Danke fürs Antworten und viel Erfolg weiterhin – nicht nur in Schwarzenberg!

Informationen über das Vokalensemble HarmoNovus sowie Fotos gibt es auf der Seite www.harmonovus.de.